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Die Ausstellung "Tür an Tür. Polen - Deutschland 1000 Jahre Kunst und Geschichte", hier die Figur "Johannes der Täufer" (1497) vom Meister des Wolfgang-Altars. Die Ausstellung wird vom Königsschloss Warschau und dem Martin-Gropius-Bau gemeinsam vorgestellt.
Die Ausstellung "Tür an Tür. Polen - Deutschland 1000 Jahre Kunst und Geschichte", hier die Figur "Johannes der Täufer" (1497) vom Meister des Wolfgang-Altars. Die Ausstellung wird vom Königsschloss Warschau und dem Martin-Gropius-Bau gemeinsam vorgestellt.
Foto: Berthold Stadler/dapd

Cranach, Kiefer & mehr

Kunstausstellung: Tausendjährige deutsch-polnische Geschichte

von Patricia Czarkowski, Mittwoch, 21. September 2011 14:56

Berlin – Erstmals wird mit einer umfangreichen Ausstellung die tausendjährige Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen beleuchtet. Die Schau "Tür an Tür. Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte" im Martin-Gropius-Bau in Berlin wurde am Mittwoch feierlich eröffnet. Bundespräsident Christian Wulff sagte, diese Ausstellung werde helfen, der gemeinsamen kulturellen und geistigen Geschichte Raum für die Zukunft zu geben und die vergangene Geschichte besser zu begreifen.

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Rund 800 historische und zeitgenössische Exponate dokumentieren die Geschichte zwischen Polen und Deutschland. Wulff betonte, dass die Nachbarschaft von Polen und Deutschland geschichtlich und politisch vielfach schwierig gewesen sei. "Eine Nachbarschaft in Auseinandersetzung, die oft durch Gewalt, Krieg, Teilung und Vertreibung geprägt war", sagte der Bundespräsident. Es sei ein "bedeutender Tag" für das deutsch-polnische Verhältnis, wenn nun in einer Ausstellung die Gemeinsamkeiten und das Trennende der Geschichte beider Länder dargestellt würden.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hob die jahrelangen Bemühungen zur Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen hervor. "Ohne den Willen zur Versöhnung auf polnischer Seite wäre diese Ausstellung nicht denkbar gewesen. Wir sind all jenen zu tiefer Dankbarkeit verpflichtet, die die Hand zu dieser Versöhnung ausgestreckt haben", sagte Neumann.

Kunstwerke sind wertvoller als Gold

Der polnische Präsident, Bronislaw Komorowski, betonte den Stellenwert von Kunst für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern. "Die in der Ausstellung präsentierten Kunstwerke sind wertvoller als Gold, weil sie als Beleg für die tausendjährige Geschichte unserer kostbaren Nachbarschaft dienen", sagte Komorowski. Die Schau, die von Anda Rottenberg kuratiert wurde, erstreckt sich auf 19 Säle und umfasst 22 Themenbereiche.

Neben einem Porträt von Lucas Cranach sind in der Schau auch Meisterwerke von Veit Stoß, sowie Exponate zeitgenössischer Künstler wie Anselm Kiefer und Gerhard Richter zu sehen. Im Lichthof des Martin-Gropius-Bau wird zudem unter anderem die Geschichte jener Schlacht von Tannenberg im Jahr 1410 thematisiert. Das Monumentalgemälde "Die Preußische Huldigung" von Jan Matejko wurde dafür aus Krakau geliehen. Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Januar 2012 geöffnet.

(dapd)

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