Mord im Hotelzimmer - Ehemann muss neun Jahre ins Gefängnis
Mord im Hotelzimmer - Ehemann muss neun Jahre ins Gefängnis
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Mord im Hotelzimmer - Ehemann muss neun Jahre ins Gefängnis

Epoch Times, Donnerstag, 13. Dezember 2012 18:34

Berlin – Ein Jahr nach dem Mord an seiner Ehefrau ist ein 49-Jähriger zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Der promovierte Diplomchemiker wurde vom Landgericht Berlin am Donnerstag des Mordes aus Heimtücke für schuldig befunden. Im Prozess hatte der Mann gestanden, in der Nacht zum 22. Dezember vergangenen Jahres seine Ehefrau nach einem Streit über ihre finanziellen Verhältnisse in einem Hotel in Seoul von hinten mit einer Schnur erdrosselt zu haben. Er habe sich für ein "Ende mit Schrecken" entschieden, um "ein Schrecken ohne Ende zu beenden", hieß es im Urteil.

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Aufgrund einer Persönlichkeitsstörung beim Angeklagten wurde die ansonsten für Mord mögliche lebenslange Haftstrafe gemildert. Das Gericht folgte einem Gutachter, nach dem der 49-Jährige seit frühster Kindheit unter einer "ängstlich vermeidenden sowie abhängigen Persönlichkeitsstörung" leidet. Der Angeklagte sei in der Ehe derjenige gewesen, der einsteckte und nicht gegen seine Frau aufbegehrte. Er habe ihren Beschimpfungen nichts entgegenzusetzen gehabt und "alles erduldet". Dem Gericht zufolge plante er schließlich die Tötung seiner Frau, weil er ihren "Zorn fürchtete", wenn sie erfahren würde, dass kein Geld mehr da ist.

Das Paar hatte sich in den 1980er Jahren beim Chemiestudium in Berlin kennengelernt und 1992 geheiratet. Aufgrund seiner Persönlichkeit habe der Angeklagte in seinem Beruf nie richtig Fuß gefasst, hieß es. 2010 wanderte das Ehepaar nach Südkorea aus, um ein neues Leben zu beginnen. Doch auch in Seoul habe das "Unheil seinen Lauf" genommen, äußerte der Richter.

Keinen Ausweg gesehen

Der Prozess ergab, dass der Angeklagte seine Frau über Jahre über die tatsächlichen Vermögenswerte getäuscht hatte. Vor Gericht gestand er, ihr einen Millionengewinn aus Devisengeschäften vorgegaukelt zu haben. Als auch die Summe aus dem Hausverkauf seiner Mutter aufgebraucht war, habe sich der Angeklagte in einem "Dilemma" befunden, sagte der Richter. Er habe "keinen Ausweg gesehen" und "Angst vor der Zukunft" gehabt und nicht gewollt, dass ihm seine Frau deswegen "die Hölle heiß macht".

Als die Ehefrau den Angeklagten am Tattag "beschimpfte", weil seine Devisengeschäfte "nicht so gut liefen", sei der Angeklagte dann zum Nachttisch gegangen, habe eine Schnur herausgeholt und damit seine Frau erdrosselt. Danach versteckte der Angeklagte die Leiche im Kleiderschrank, flog nach Berlin zurück und stellte sich der Polizei.

dapd



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Prozesse, Mord
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