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Gedicht des Tages
Das bloße Wollen einer großen Güte ist ganz gewiss ein hohes Menschentrachten. Doch es erhebt sich erst zur vollen Blüte, wenn Gnaden eines seherisch Erwachten den Kosmos nachtentleitetem Gemüte als Geisterkunstwerk zum Bewusstsein brachten. Dann wächst aus Riesenschöpfungsüberblicken, aus Aufschau zu verborgnen Bildnersphären, aus...
14.06.2013
Gedicht des Tages
Der Kranke: "Oft zu sterben wünscht ich mir . . . Und wie dankbar bin ich doch, dass ich leb' und leide noch im gesetzten Nun und Hier. Bleibt mir doch damit noch Zeit, abzubauen manch Gebrest, komm ich nimmer auch zum Rest, werd ich besser doch bereit. Wenn ich jetzt nicht wirken kann, helf ich also doch dem Mir, das dereinst nach Nun und...
05.06.2013
Gedicht des Tages
Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben, wird im selben Kreis all sein Leben traben; kommt am Ende hin, wo er hergerückt, hat der Menge Sinn nur noch mehr zerstückt. Wer vom Ziel nichts kennt, kann's doch heut erfahren; wenn es ihn nur brennt nach dem Göttlich-Wahren; wenn in Eitelkeit er nicht ganz versunken und vom Wein der Zeit...
21.05.2013
Gedicht des Tages
Die zur Wahrheit wandern, wandern allein, keiner kann dem andern Wegbruder sein. Eine Spanne gehn wir, scheint es, im Chor . . . bis zuletzt sich, sehn wir, jeder verlor. Selbst der Liebste ringet irgendwo fern; doch wer's ganz vollbringet, siegt sich zum Stern, schafft, sein selbst Durchchrister, Neugottesgrund - und ihn grüßt Geschwister...
06.05.2013
Gedicht des Tages
Verlange nichts von irgendwem, lass jedermann sein Wesen, du bist von irgendwelcher Fem zum Richter nicht erlesen. Tu still dein Werk und gib der Welt allein von deinem Frieden, und hab dein Sach auf nichts gestellt und niemanden hienieden. Christian Morgenstern Amazon.de...
25.03.2013
Gedicht des Tages
Morgenstern: Hymne - Lebten wir je nicht?
Wie in lauter Helligkeit fließen wir nach allen Seiten . . . Erdenbreiten, Erdenzeiten schwinden ewigkeitenweit . . . Wie ein Atmen ganz im Licht ist es, wie ein schimmernd Schweben. Himmels-Licht - in Deinem Leben lebten je wir, je wir - nicht? Konnten fern von Dir verziehen, flohen Dich, verbannt, verdammt? Doch in Deine Harmonien kehren...
20.03.2013
Gedicht des Tages
Versprechen? gar nichts. Aber einiges halten.
Versprechen? gar nichts. Aber einiges halten. So hab ich stets versucht zu leben. Versprechen schien mir meist Verbrechen. Zu wehe Lehr war mir zu oft gegeben vom eignen Selbst, dem schillernd vielgestalten. Wie hab ich immerdar mit ringender Seele den Kern und Stern gesucht in meinem Innern! Wie wollt ich wahr und ganz sein bis zum Letzten! Doch...
18.02.2013
Gedicht des Tages
Christian Morgenstern: Die drei Spatzen
Die drei Spatzen In einem leeren Haselstrauch,da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch. Der Erich rechts und links der Franz und mittendrin der freche Hans. Sie haben die Augen zu, ganz zu,und obendrüber, da schneit es, hu! Sie rücken zusammen dicht an dicht,so warm wie Hans hat's niemand nicht. Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein...
14.01.2013
Gedicht des Tages
Christian Morgenstern über Ziel, Hoffnung und Loslassen
O ihr kleinmütig Volk, die ihr vom Heute nicht loskommt, die ihr meint: so ist es, war es und wird es sein, solange Menschen leben- . O würdet ihr doch andrer Hoffnung Beute und lerntet wieder schauen Offenbares und Hirn und Herz zu höchstem Ziel erheben! Christian Morgenstern Amazon.de...
26.11.2012
Gedicht des Tages
Furcht hat mir viel geholfen, bloße Furcht vor Folgen, die ich nicht ertragen hätte, die weiße Angst vor Aussatz und Gebrest. Und jene andre Furcht, die Furcht vor Furcht, die Angst vor Angst, die dich an keiner Stätte verweilen und nur - Mut als Ausweg lässt. Christian Morgenstern Amazon.de...
14.11.2012
Gedicht des Tages
Die goldene Gabe der Selbsterkenntnis
Selbsterkenntnis, goldne Gabe, wunderbare, jungende Kraft! o solang ich dich nur habe, glüht mein Geist noch unerschlafft. Immer tiefer, immer wahrer machst du den, der dich besitzt; wirkst zugleich, dass immer klarer Welterkenntnis ihn durchblitzt. Christian Morgenstern Amazon.de...
05.11.2012
Gedicht des Tages
Dein Wunsch, nicht mehr zu leiden
Dein Wunsch, nicht mehr zu leiden, ach, schafft nur neues Leid. So wirst du niemals scheiden von deinem Trauerkleid. Du musst es ganz abtragen, bis auf das letzte Haar, und einst nur dessen klagen: dass es nicht dichter war. Ganz nackend musst du werden zuletzt, weil es zerfallt in seinen Stoff aus Erden von deines Geists Gewalt. Ganz...
21.10.2012
Gedicht des Tages
Wenn ein Gewitter einen Donner vergisst
Der vergessene Donner Ein Gewitter, im Vergehn, ließ einst einen Donner stehn. Schwarz in einer Felsenscharte stand der Donner da und harrte - scharrte dumpf mit Hals und Hufe, dass man ihn nach Hause rufe. Doch das dunkle Donnerfohlen - niemand kam's nach Haus zu holen. Sein Gewölk, im Arm des Windes, dachte nimmer seines Kindes - flog...
19.09.2012
Gedicht des Tages
Palmström Palmström steht an einem Teicheund entfaltet groß ein rotes Taschentuch:Auf dem Tuch ist eine Eichedargestellt sowie ein Mensch mit einem Buch. Palmström wagt nicht, sich hineinzuschneuzen.Er gehört zu jenen Käuzen,die oft unvermittelt-nacktEhrfurcht vor dem Schönen packt. Zärtlich faltet er zusammen,was er eben erst...
26.12.2011
Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Machen wir uns von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein. (Christian Morgenstern) FROHE WEIHNACHTSTAGE wünschen wir unseren Leserinnen und Lesern! Das Team Epoch Times Deutschland Amazon.de...
24.12.2006