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Volker Rodekamp (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig/dapd)
Volker Rodekamp (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig/dapd)
Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leip

Museen wollen mehr Fachpersonal aufbieten

Epoch Times, Donnerstag, 27. Dezember 2012 11:03

Berlin – Ungeachtet steigender Besucherzahlen und des Rekords von 109 Millionen Besuchen in 2011 stehen die Museen nach Einschätzung des Deutschen Museumsbundes in der Zukunft vor schwierigen Aufgaben. "Wir müssen immer größeren gesellschaftlichen Ansprüchen genügen und haben dafür immer weniger Geld zur Verfügung", sagte der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Volker Rodekamp, der Nachrichtenagentur dapd. Es gehe aber nicht nur darum, mehr Mittel zu fordern, sondern: "Wir müssen auch selbst etwas tun und uns neu aufstellen."

"Wir müssen unser Personal weiter entwickeln und deutlich stärker als bisher auch Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen bei uns besetzen", betonte Rodekamp. Es fehlten ausreichend Medienexperten, die medienaffine Jugendliche über digitale Kanäle besser erreichten. Möglicherweise müsse es in Zukunft auch nicht mehr zu jeder Ausstellung einen Katalog geben, sondern stattdessen Informationen im Internet.

Die Museen müssten zudem noch stärker sogenannte bildungsferne Schichten erreichen, sagte Rodekamp. Seiner Ansicht nach sind in den Museen auch noch zu wenig Mitarbeiter mit Migrationshintergrund und "multikultureller Prägung" tätig.

Rodekamp räumte ein: "Wir beschäftigen uns noch zu wenig mit dem Publikum." Ins Museum gehe vor allem das sogenannte Bildungsbürgertum. "Obwohl wir so spannende Ausstellungen machen, erreichen wir nur die Hälfte der Gesellschaft." Der Ansatz des offenen Museums, bei dem Besucher in die Wahl der Ausstellungsthemen einbezogen würden, werde wichtiger. "Ein Museumsbesuch soll alltäglich werden, nicht nur zwei Mal im Jahr am Sonntagnachmittag."

dapd

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