szmtag
Papst Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI.
Foto: über dts Nachrichtenagentur

Nach Rücktrittsankündigung: Viel Lob, aber auch Kritik für Benedikt XVI.

Epoch Times, Montag, 11. Februar 2013 21:06

Die überraschende Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. ist weltweit größtenteils mit lobenden Worten gewürdigt worden. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete den Papst als bedeutendsten religiösen Denker unsere Zeit und "Hirten für mehr als eine Milliarde Menschen". Bundespräsident Joachim Gauck bewunderte vor allem den "historisch höchst seltenen Entschluss", für den "großer Mut und Selbstreflexion" nötig gewesen seien.

Anzeige

Für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück war Benedikt der XVI. "in wichtigen Konflikten auf der Welt ... immer als Stimme des Friedens und der Versöhnung vernehmbar". Auf internationaler Ebene fanden UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Präsident Barack Obama anerkennende Worte. Ban zollte seinen Respekt für die Arbeit des Papstes im Dialog zwischen den Religionen und anderen globalen Herausforderungen, Obama bedankte sich für die Zusammenarbeit der letzten vier Jahre. Verdienste des Papstes um die Verständigung zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen würdigten auch Vertreter des Judentums und der Muslime. Kritisiert wurde hingegen das Wirken des Papstes unter anderem hinsichtlich der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Hier sei eine große Chance vertan worden, so Vertreter von Selbsthilfegruppen. Die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann, eine ehemalige Kommilitonin des Papstes, übte zudem Kritik an der Sexualmoral der Kirche und ihrer Frauenfeindlichkeit. Die Ansichten der Kirche zur Sexualität sind auch nach Ansicht des Bundesverbandes der Lesben und Schwulen in Deutschland (LSVD) reformbedürftig. LSVD-Vorstand Helmut Metzner äußerte die Hoffnung, dass sich mit dem bevorstehenden Amtswechsel auch ein Politikwechsel verbinde. Benedikt XVI. hatte am Montag überraschend seinen Rücktritt zum 28. Februar erklärt. Zur Begründung hatte er angeführt, dass seine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet seien, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Der Papst, der seit dem 19. April 2005 im Amt ist, wird im April dieses Jahres 86 Jahre alt. Laut Vatikansprecher Pater Lombardi soll noch vor Ostern ein neuer Papst gewählt werden.

(dts Nachrichtenagentur)



Schlagworte

Religion, Weltpolitik
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige