Urlauber haben Spaß beim Wellenbaden in einem Swimming-Pool in Yongin, Südkorea. Millionen von Touristen reisen an die Strände und Hotelanlagen Südkoreas und genießen die Abkühlung an heißen Tagen. (AP Photo/Yonhap, Shin Young-gun)
Urlauber haben Spaß beim Wellenbaden in einem Swimming-Pool in Yongin, Südkorea. Millionen von Touristen reisen an die Strände und Hotelanlagen Südkoreas und genießen die Abkühlung an heißen Tagen. (AP Photo/Yonhap, Shin Young-gun)

Touristin erschossen

Nordkorea lehnt neue Versöhnungsgespräche ab

Epoch Times, Sonntag, 13. Juli 2008 22:47

Seoul – Nordkorea hat nach Berichten staatlicher Medien einen Vorschlag des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak zur Wiederaufnahme von Versöhnungsgesprächen zurückgewiesen. Die nordkoreanische Zeitung „Rodong Sinmun“ schrieb am Sonntag, der Vorstoß sei es nicht wert, in Betracht gezogen zu werden. Das Blatt warf Lee betrügerische Taktiken vor, um nicht die Verantwortung für verschlechterte Beziehungen zwischen beiden Ländern übernehmen zu müssen.

Lee hatte dem kommunistischen Norden am Freitag angeboten, die Gespräche wieder aufzunehmen. Allerdings hatte er in einer Rede vor dem Parlament angekündigt, seine Regierung wolle die Abkommen, die sein Vorgänger Kim Jong Il mit dem Norden geschlossen habe, prüfen. Kurz vor Lees Angebot war eine südkoreanische Touristin in Nordkorea während eines Morgenspaziergangs von Soldaten erschossen worden. Sie hatte das streng abgeschirmte Gelände der Ferienanlage verlassen.

Südkorea kritisierte Nordkorea für das Vorgehen der Soldaten scharf und forderte eine Untersuchung des Zwischenfalls. Außerdem wurden alle Besuche von Südkoreanern in der Anlage bis auf weiteres gestoppt. Der Norden wies die Forderung zurück und erklärte, die 53-jährige Touristin habe Warnungen ignoriert und versucht zu fliehen. Die Tourismusbehörden in Nordkorea forderten eine Entschuldigung von Seoul für die Einstellung der Besuche aus dem Süden, die eine „untragbare Beleidigung“ darstellten.

Die südkoreanischen Medien reagierten empört auf den Tod der Touristin. „Wo in der Welt würde ein Soldat auf eine hilflose Touristin schießen, die in der Nähe eines Hotels ein Sperrgebiet betritt?“, schrieb die Zeitung „Chosun Ilbo“.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben seit dem Amtsantritt des konservativen Präsidenten Lee im Februar zugenommen. Seine Regierung kritisierte Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea und hat sich skeptisch zu Hilfslieferungen ohne Vorbedingungen an den verarmten Norden geäußert.

Vereinbarungen zur nordkoreanischen Abrüstung

Unterhändler aus sechs Ländern einigten sich am Samstag in Peking auf weitere Schritte zur Bestätigung der nordkoreanischen Abrüstungsbemühungen. Danach soll Nordkorea bis Ende Oktober seine größte Atomanlage vollständig stilllegen. Die anderen beteiligten Staaten, darunter die USA und China, wollen im Gegenzug noch ausstehende Hilfslieferungen vervollständigen.

„Die Parteien haben einen wichtigen Konsens erzielt“, erklärte die Sechsergruppe in einer Stellungnahme. In den dreitägigen Verhandlungen wurde außerdem beschlossen, dass ein Expertenteam die nordkoreanischen Anlagen besucht, die Dokumente prüft und die Ingenieure vor Ort befragt. Die Inspekteure können dabei auf das Fachwissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zurückgreifen.

Seit der letzten Runde der Verhandlungen im Oktober 2007 hat Nordkorea seinen Atomreaktor Yongbyon abgebaut und eine Erklärung mit Einzelheiten zu seinem Atomprogramm vorgelegt. An den Gesprächen waren auch Südkorea, Japan und Russland beteiligt. (AP)



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