Pjöngyang in Abendstimmung: Nordkorea stoppt sein Atom-Programm.
Pjöngyang in Abendstimmung: Nordkorea stoppt sein Atom-Programm.
Foto: Thilo Reiter / Pixelio

Im Geiste des gegenseitigen Respekts

Nordkorea stimmt Stopp von Atomprogramm zu

von Matthew Pennington, Mittwoch, 29. Februar 2012 18:14

Washington – Nordkorea ist bereit, sein Atom-Programm auf Eis zu legen und hat einer Unterbrechung aller Atom- und Langstreckenraketentests zugestimmt. Das erklärte US-Außenministerin Hillary Clinton am Mittwoch vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Sie nannte den Stopp des nordkoreanischen Atom-Programms einen "bescheidenen ersten Schritt". Die USA würden die neue von Kim Jong Un, dem Sohn des verstorbenen Herrschers Kim Jong Il geführte nordkoreanische Regierung an ihren Taten messen, sagte sie.

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums in Washington hatte zuvor erklärt, Nordkorea wolle außerdem Inspektoren der Internationalen Atom-Energiebehörde (IAEA) ins Land lassen. Diese sollten die Einstellung der Uran-Anreicherung und die Stilllegung des Atom-Reaktors in Yongbyon bestätigen. In der Stellungnahme hieß es weiter, die USA wollten die Verhandlungen mit Nordkorea über Lieferungen von 240.000 Tonnen Lebensmittel abschließen. Aus Pjöngjang wurden die US-Angaben durch eine inhaltlich identische Stellungnahme bestätigt.

Mit ihren Zugeständnissen hat Nordkorea wohl die von den USA geforderten Bedingungen zur Wiederaufnahme der multinationalen Abrüstungsverhandlungen, der sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche, erfüllt. 2009 hatte sich Nordkorea einseitig aus den Verhandlungen zurückgezogen.

Bereits vor Kim Jong Ils Tod einer Einigung nahe

In einer von der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur verbreiteten Mitteilung wurde bestätigt, dass der Norden einem atomaren Moratorium und UN-Inspektionen zugestimmt habe. Das sei "mit Blick auf die Erhaltung einer positiven Atmosphäre" für die Gespräche mit den USA geschehen, hieß es. In der vergangenen Woche trafen sich Unterhändler der USA und Nordkorea erstmals seit dem Tod von Kim Jong Il in Peking zu Gesprächen. Vor Kims Tod schienen beide Seiten einer Einigung bereits nahe gewesen zu sein.

"Die USA haben noch immer tiefgreifende Bedenken bezüglich des Verhaltens von Nordkorea auf einer ganzen Reihe von Feldern. Aber die heutige Bekanntmachung spiegelt wichtige, wenn auch begrenzte Fortschritte bei der Behandlung einiger dieser Fragen wider", sagte US-Außenministeriumssprecherin Victoria Nuland. Die USA würden damit unterstreichen, dass sie keine bösen Absichten gegenüber Nordkorea haben und "darauf vorbereitet sind, im Geiste des gegenseitigen Respekts für die jeweilige Souveränität und Gleichheit Schritte zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu unternehmen", sagte sie. (dapd)



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