Die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin bei der gestrigen Wahlkampagne in Carson City, Nevada. (AP Photo/Eric Risberg)
Die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin bei der gestrigen Wahlkampagne in Carson City, Nevada. (AP Photo/Eric Risberg)

US-Wahlkampf

Palin wirbt um Anhängerinnen von Hillary Clinton

von Kathleen Hennessey, Sonntag, 14. September 2008 13:42

Washington – Im Kampf ums Weiße Haus kommt den Vizepräsidentschaftskandidaten eine immer bedeutendere Rolle zu. Sarah Palin setzte am Samstag im US-Staat Nevada die Wahlkampagne für die Republikaner fort und bekräftigte dabei ihre Zustimmung zu neuen Ölbohrungen in ihrem Heimatstaat Alaska. Der demokratische Vizekandidat Joe Biden wurde derweil beauftragt, als Washington-Insider die Verflechtung des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers John McCain mit der Politik von Amtsinhaber George W. Bush aufzudecken.

Die vor kurzem in der US-Politik noch nahezu unbekannte Palin ist schnell zum Star der Republikanischen Partei avanciert, nachdem McCain sie zu seiner Vizekandidatin machte. Mit einer kämpferischen Rede auf dem Parteitag erregte die Gouverneurin aus dem fernen Alaska landesweit Aufsehen. Unterstützung bekam sie umgehend aus der Wählergruppe der weißen Frauen. Diese stellten auch am Samstag die Mehrheit bei ihrem Auftritt in einem Eishockey-Stadion in Carson City in Nevada.

McCains Strategen hoffen, dass Palin auch Anhängerinnen der einstigen demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton zu den Republikanern ziehen kann. Sie sei sicher, dass der demokratische Kandidat Barack Obama es inzwischen bedauere, die New Yorker Senatorin nicht zu seiner Vizekandidatin gemacht zu haben, erklärte Palin selbst in einem Interview des Senders ABC. Dabei lobte sie ausdrücklich Clintons „Zielstrebigkeit und Entschlossenheit“ im Vorwahlkampf.

Das klang allerdings zu Beginn des Jahres noch ganz anders. Damals warf Palin Clinton vor, auf die heftigen Attacken im Vorwahlkampf weinerlich zu reagieren. Die demokratische Abgeordnete Debbie Wasserman-Schultz erklärte deshalb im Namen von Obamas Wahlkampfteam: „Sarah Palin sollte uns ihre künstlichen Gefühle ersparen“.

Ferner brachten die Demokraten die außenpolitische Unerfahrenheit Palins aufs Trapez. In einem Memorandum wurde den Republikanern vorgeworfen, diesbezüglich die Fakten verdreht zu haben. Dem wollten sie die unbestrittene außenpolitische Bilanz von Biden gegenüberstellen.

Ermittler will Palins Mann vorladen

Bei der in Alaska laufenden Untersuchung gegen Palin wegen eines möglichen Machtmissbrauchs will der Ermittler auch Palins Ehemann Todd vernehmen. Der frühere Staatsanwalt Stephen Branchflower beantragte die Vorladung von insgesamt 13 Zeugen, darunter Todd Palin. Dieser sei eine „zentrale Figur“, sagte Branchflower am Freitag. Er fügte hinzu, er wolle auch Palin selbst befragen, habe aber bislang keine Vorladung beantragt.

In Alaska untersucht ein Ausschuss, ob die Gouverneurin Palin ihr Amt missbraucht hat, als sie den Beauftragten für die öffentliche Sicherheit, Walt Monegan, entließ. Monegan hatte sich geweigert, einen Polizisten zu feuern, der sich von Palins Schwester scheiden ließ. (AP)



Schlagworte

Wahlkampf, Palin, Sarah, USA
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