szmtag
Reichstagsgebäude
Reichstagsgebäude
Foto: über dts Nachrichtenagentur

Parlament plant neue Gefallenen-Gedenkstätte am Bundestag

Epoch Times, Freitag, 28. Dezember 2012 19:18

Der Bundestag plant eine neue Gedenkstätte für gefallene Bundeswehr-Soldaten in der Nähe des Reichstagsgebäudes in Berlin. Nach Informationen der "Bild-Zeitung" (Samstagausgabe) hat der Verteidigungsausschuss eine interfraktionelle Arbeitsgruppe beauftragt, bis zum Sommer 2013 entsprechende Vorschläge zu erarbeiten. Anlass dafür ist die sukzessive Auflösung der deutschen Feldlager in Afghanistan.

Anzeige

Für die dort errichteten Ehrenhaine muss in Abstimmung mit den Angehörigen der gefallenen Bundeswehr-Soldaten ein geeigneter Ort gesucht werden. Die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP im Bundestag, Elke Hoff, plädierte dafür, auch unabhängig von den Ehrenhainen eine Gedenkstätte unmittelbar am Parlament einzurichten. "Als Deutscher Bundestag müssen wir Flagge zeigen", sagte Hoff der Zeitung. "Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Wir entscheiden nicht nur über ihren Einsatz, sondern stellen uns den Konsequenzen." Ähnlich äußerte sich auch Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour. "Die Gedenkstätte gehört in die Nähe des Parlaments", sagte er dem Blatt. "Wir müssen einen Ort gestalten, an dem wir den Opfern der Bundeswehr-Einsätze angemessen gedenken, uns aber auch mit dem Sinn dieser Einsätze kritisch auseinandersetzen können." Seit September 2009 gibt es bereits eine zentrale Gedenkstätte der Bundeswehr auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums in Berlin. Die Entscheidung des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Jung (CDU), das Ehrenmal im sogenannten Bendler-Block zu errichten, war allerdings bereits damals auf heftige Kritik gestoßen. "Eine Gedenkstätte, die weder öffentlich noch bekannt ist, kann ihren Zweck nicht erfüllen", sagte Grünen-Verteidigungsexperte Nouripour. Der Bundeswehrverband plädierte hingegen dafür, die Gedenkstätte am Verteidigungsministerium noch zusätzlich aufzuwerten und dort auch die Ehrenhaine aus Afghanistan aufzustellen. Das sei der "richtige Ort", um den gefallenen Soldaten zu gedenken, sagte Verbandschef Ulrich Kirsch.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH



Schlagworte

Militär, Parteien
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige