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Tödliches Familiendrama in Kruft
Tödliches Familiendrama in Kruft
Foto: dapd/Sascha Ditscher

Rosen für getötete Schulfreunde

Epoch Times, Freitag, 23. November 2012 14:37

Kruft – Mit rot geweinten Augen führen zwei Mütter ihre Söhne zu dem Haus in der schmalen Straße in Kruft nahe Koblenz. Von einem Polizisten werden sie an der Absperrung vorbei begleitet, dann legen die Kinder am Freitag zwei Rosen für ihre Klassenkameraden am Eingang des schmalen Einfamilienhauses ab, an dem alle Rollläden heruntergelassen sind.

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Dort arbeitet am Freitagmorgen noch immer die Spurensicherung. Die niedergelegten Rosen liegen vor der Tür. Der Glaseinsatz ist zersplittert - er wurde von der Polizei eingeschlagen, um ins Haus zu kommen.

In dem Haus starben wohl bereits am Donnerstag zwei Jungen im Alter von sieben und neun Jahren und ihre 43 Jahre alte Mutter. Bei Tagesanbruch am Freitag, um 4.40 Uhr, stellte sich der 47-Jährige Familienvater in Saarbrücken der Polizei. Im Saarland leben Verwandte von ihm, sie begleiteten ihn zur Wache.

Mann stellt sich im Saarland der Polizei

Er habe seine Familie umgebracht, sagte er den Beamten. 20 Minuten später drangen Polizisten in das Haus in Kruft im Landkreis Mayen-Koblenz ein. Sie fanden die tote Frau und ihre Söhne. Alle drei starben durch Gewaltanwendung, davon zeugten Blutspuren am Tatort. Details wollte die Polizei am Freitag nicht nennen. Erst sollte der Vater aus dem Saarland überführt und die Leichen obduziert werden.

In der Gemeinde Kruft leben etwa 4.000 Menschen. Sie stehen unter Schock, als sie die Nachricht erhalten. Der Unterricht fällt aus, Notfallseelsorger kümmern sich um die Klassenkameraden auf dem Schulgelände. "Das ist für alle unfassbar", sagt Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel (CDU). Anzeichen für die Tat habe es nicht gegeben. Der festgenommene Familienvater habe mit seiner Familie seit zwölf Jahren in dem Haus in Kruft gelebt. Seine Söhne seien dort in die Schule gegangen. Der Mann habe in Teilzeit beim Bauhof der Gemeinde gearbeitet und sei für die Pflege der öffentlichen Grünflächen zuständig gewesen.

Kollegen ist nichts aufgefallen

Seine Kollegen arbeiten am Freitag in der Nähe des Tatortes, sie wollen sich nicht äußern. Nur einer lobt ausdrücklich die Arbeit des Mannes, der für die Gemeinde unter anderem Beete gepflegt hatte. "Da gab es nie etwas zu beanstanden", sagt er. Auch mehrere Anwohnerinnen sagen, ihnen sei nie etwas Besonderes aufgefallen. Die Mutter der Familie habe Haushaltswaren verkauft, man kenne sich flüchtig, sagt eine. "Eine nette Frau."

Kurz darauf entfernt sich ein silberner Leichenwagen, der vor dem Haus stand. Dann wird es laut an einem kleinen Platz am Ende der Straße, dort fahren die Arbeiter des Bauhofes mit einem Kran vor. Sie stellen einen Weihnachtsbaum auf.

dapd

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