Intendant des Suedwestfunks (SWR), Peter Boudgoust
Intendant des Suedwestfunks (SWR), Peter Boudgoust
Foto: dapd/Hermann J. Knippertz

SWR Sinfonieorchester wird ab 2016 Sitz in Stuttgart haben

Epoch Times, Freitag, 7. Dezember 2012 16:45

Stuttgart – Die Landeshauptstadt Stuttgart wird nach der Fusion ab 2016 Sitz des zukünftigen SWR Sinfonieorchesters. Der Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Senders stimmte am Freitag einer entsprechenden Entscheidung des Intendanten Peter Boudgoust zu, der einer Empfehlung einer externen Standortkommission gefolgt war, wie der SWR mitteilte.

Die fünfköpfige Expertengruppe aus Personen des öffentlichen und kulturellen Lebens hatte sich den Angaben zufolge einstimmig für Stuttgart als Standort des neuen Orchesters ausgesprochen. Auch Freiburg hatte sich um den Orchestersitz beworben. Von dort kam scharfe Kritik am Auswahlverfahren.

SWR-Intendant Boudgoust informierte die Gremien außerdem darüber, dass die Einsetzung eines künstlerischen Leiters geplant sei, der mit der Vorbereitung und Durchführung der Fusion beauftragt werde. Er solle das neue Orchester auch in die Klangkörper und Festival-Landschaft des SWR integrieren. Der SWR-Rundfunkrat hatte Ende September beschlossen, das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart sowie das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg aus Kostengründen zusammenzulegen, was in der Kulturszene einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hatte.

Für Konzertbesucher soll sich nichts ändern

Boudgoust versicherte: "Die Entscheidung für Stuttgart als zukünftigem Orchestersitz ist keine Entscheidung gegen Freiburg oder Baden-Baden. Es gibt auch keine Gewinner oder Verlierer von Landesteilen oder Städten."

Der Beschluss benenne Stuttgart als den zentralen Standort der Proben und den Sitz des Orchestermanagements ab 2016, sagte der Intendant. Die bisherigen Abonnement-Konzerte in Freiburg und Stuttgart würden aber genauso unverändert bleiben wie die Beteiligungen an den Festivals in Donaueschingen und Schwetzingen.

Darüber hinaus sei die Entscheidung für den Standort Stuttgart auf keinen Fall eine Vorentscheidung über das zukünftige künstlerische Profil des Orchesters, unterstrich Boudgoust. "Dieses muss die herausragenden Qualitäten beider Orchester aus Stuttgart und aus Freiburg berücksichtigen."

In der baden-württembergischen Landeshauptstadt wurde die Entscheidung mit Freude aufgenommen, im südbadischen Freiburg reagierte man mit Bedauern und Kritik. Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) sagte, der Weggang des Orchesters sei ein weiterer großer Verlust für die ganze Region, den Standort Freiburg und die kulturelle Ausstrahlung. Er monierte, dass der SWR der Stadt keine Möglichkeit eingeräumt habe, der externen Kommission die Argumente für Freiburg als Hauptprobenstandort direkt vorzutragen.

SWR muss sparen

Nach den Worten von Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) haben objektive Kriterien für eine erfolgreiche Entwicklung des Orchesters den Ausschlag für die Entscheidung gegeben. Der Klangkörper finde in der Landeshauptstadt hervorragende Möglichkeiten, seine künstlerischen Möglichkeiten zu entfalten. Schuster fügte hinzu, es sei gut, dass der SWR nicht "regionalpolitische Interessen" bedienen wolle.

Die beiden namhaften Orchester sollen aus Kostengründen zusammenlegt werden. Bis 2020 muss der Südwestrundfunk 166 Millionen Euro einsparen. Im kommenden Jahr liegt das Minus der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt bei mehr als 40 Millionen Euro. Das Defizit kann aber aus eigenen Mittel gedeckt werden.

dapd



Schlagworte

Kultur, Medien, Orchester, SWR
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