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Shakespeare-Gesellschaft schaut auf Sonette des englischen Künstlers
Shakespeare-Gesellschaft schaut auf Sonette des englischen Künstlers
Foto: © AP 2012 Lefteris Pitrarakis/AP/dapd

Shakespeare-Gesellschaft schaut auf Sonette des englischen Künstlers

Epoch Times, Freitag, 23. November 2012 19:13

Weimar – Bei ihrer Herbsttagung in Weimar will sich die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft auch mit Vorstellungen von Sexualität zu Lebzeiten von William Shakespeare (1564-1616) beschäftigen.

Im Zentrum der Tagung stünden in diesem Jahr die Sonette des Dramatikers und Lyrikers, die voll von erotischen und sexuellen Anspielungen Shakespeares gegenüber einem anderen Mann seien, sagte der Präsident der Gesellschaft, Tobias Döring, am Freitag in Weimar. Deshalb eröffneten die insgesamt 154 Sonette, die 1609 zum ersten Mal in gedruckter Form erschienen, auch einen Zugang zu heutigen Vorstellungen von Sexualität und sexueller Orientierung.

Die Tagung ist am Freitag und Samstag und richtet sich an alle Kunstinteressierten. Die Sonette Shakespeares gehörten zu dessen populärsten Werken, sagte Döring weiter. Keine anderen Texte seien so häufig vom Englischen ins Deutsche übersetzt worden wie diese Gedichte. Deshalb gebe es bereits eine Fülle wissenschaftlicher Literatur zu ihnen.

Gerade aber auch wegen ihres explizit homosexuellen Inhaltes seien sie nach ihrer ersten Veröffentlichung lange kaum beachtet und im 18. Jahrhundert vorwiegend "naserümpfend" zur Kenntnis genommen worden, sagte Döring. Die erste deutsche Ausgabe des Textes stamme von 1826. Für die Schwulenliteratur des 19. Jahrhunderts hätten sie dann eine große Rolle gespielt.

Zu der Tagung werden nach Angaben von Döring etwa 150 Teilnehmer gewartet. Neben mehreren Vorträgen stehen unter anderem eine Jazz-Inszenierung der Gedichte, eine musikalisch-szenische Sonett-Performance sowie ein Werkstattgespräch mit Shakespeare-Übersetzern auf dem Programm. Döring betonte, die Veranstaltung richtete sich nicht nur an Shakespeare-Experten, sondern stehe allen Literatur- und Kulturinteressierten offen.

Die Shakespeare-Gesellschaft wurde 1864 in Weimar gegründet - anlässlich des 300. Geburtstages des Künstlers. Ihr Ziel war und ist die Pflege und Förderung Shakespeares im deutschen Sprachgebiet. Im Zuge der deutschen Teilung spaltete sich die Gesellschaft 1963 in einen westlichen und einen östlichen Teil auf. Seit 1993 sind die beiden Teile wieder vereint. Die Gesellschaft hat derzeit etwa 2.000 Mitglieder. Auf der Frühjahrstagung soll es unter dem Eindruck der Finanz- und Wirtschaftskrise um Shakespeare und das Geld gehen.

dapd

Schlagworte

Kultur, Literatur, Shakespeare
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