Sparkasse.
Sparkasse.
Foto: TiM Caspary/Pixelio

Traditionsreich-öffentlich-rechtlich

Sparkassen anpassungsfähig in Krisenzeiten

Epoch Times, Samstag, 2. Februar 2013 16:15

Für mehrere Jahre galten die öffentlich-rechtlichen Sparkassen tatsächlich als Auslaufmodell. Privatbanken mit ihren Internetablegern eroberten zunehmend den Markt. Doch seit der Bankenkrise wendet sich das Blatt wieder: Während einige private Unternehmen nur mit Steuermitteln vor dem Bankrott gerettet werden konnten, bewegen sich die Sparkassen in ruhigem Fahrwasser. Die verantwortungsvolle Geschäftspolitik macht sich bezahlt. Zudem zeigt die Geschichte, dass die öffentlich-rechtlichen Banken erstaunlich gut neue Herausforderungen meistern können.

Die Konkurrenz der Onlinebanken

Viele Gründe ließen in jüngerer Vergangenheit den wirtschaftlichen Abstieg der Sparkassen erahnen. Die wachsende Zahl an Internetbanken machte ihnen genauso zu schaffen wie den Genossenschaftsbanken. Vor allem die jüngere, internetaffine Generation wanderte nach und nach zu der Konkurrenz ab. Die Sparkassen mussten reagieren: So schufen auch sie die Möglichkeit, sämtliche Geldtransaktionen über Onlinebanking abzuwickeln. Mit Sparkasse.de hat der Dachverband nun auch ein zentrales Portal konzipiert. Dennoch mögen Sie sich vielleicht wundern, warum dies offenkundig funktioniert. Man könnte auch auf die Idee kommen, dass potenzielle Kunden dies als verspätete Kopie der Direktbanken abtun. Die Stärke der Sparkassen entwickelt sich jedoch in der Kombination aus Onlinebanking und Filialen vor Ort. Der Finanzmarkt nahm in den letzten Jahren an Komplexität zu, schwierig zu verstehende Produkte wie zum Beispiel die Riester-Rente kamen hinzu. Deswegen wollen immer mehr Kunden beraten werden. Sparkassen mit ihrem dicht verzweigten Filialnetz und ihrer Präsenz auch in ländlichen Gebieten können dies leisten, Direktbanken nicht.

Kaum Spekulationen

Zudem haben die Sparkassen in Zeiten der Banken- und Euro-Krise massiv an Vertrauen gewonnen. Sie gelten als Fels in der Brandung. Großbanken haben mit risikobehafteten und teils windigen Spekulationen Milliarden verzockt, sich selbst fast in die Insolvenz geführt und damit Staaten erschüttert. Auf Spekulation haben sich nur wenige Sparkassen eingelassen und stehen deshalb gut da. Sie haben sich stattdessen auf ihr Kerngeschäft beschränkt. Dazu gehört, Kunden Konten zur Verfügung zu stellen, Geldanlagen anzubieten, Eigenheimbau zu ermöglichen und die lokale Wirtschaft mit Krediten zu finanzieren. Durch diese Geschäftspolitik sind die Risiken überschaubar. Hier zeigt sich, dass der öffentlich-rechtliche Status der Sparkassen einen großen Vorteil hat: Im Gegensatz zu Privatbanken stehen sie nicht unter dem Druck, irrsinnig hohe Rendite-Erwartungen erfüllen zu müssen.

Traditionsreiche Bankhäuser

Der Erfolg der Sparkassen erklärt sich also aus der Fähigkeit, sich auf veränderte Situationen einstellen zu können und dabei die Geschäftsphilosophie im Grundsatz nicht aufzugeben. Seit über 200 Jahren sichern sie sich so ihre Existenz. Ihr Geschäftsmodell entwickelten sie stets weiter, um von Konkurrenten nicht an den Rand gedrängt zu werden. Ursprünglich fungierten sie vornehmlich als Bank, die ärmeren Menschen eine Möglichkeit zu Finanztransaktionen bieten sollte. Im Laufe der Zeit wurden die Geschäftsbereiche ausgeweitet, ab 1929 vermittelten sie auch Versicherungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen sie zudem, Kredite an Privatpersonen zu vergeben. Heute sind die Sparkassen erfolgreiche Universalbanken, bei denen Kunden sämtliche finanzielle Angelegenheiten erledigen können. Manche europäische Staaten schauen mittlerweile neidisch nach Deutschland: Im Zuge des Privatisierungswahns haben einige Länder ihre Sparkassen privatisiert und bereuen dies im Zuge der aktuellen Krise nun. (sfr/sq)



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