Schock in Berlin: Knapp eine Woche nach einer Geiselnahme in Zehlendorf hat erneut ein Spezialeinsatzkommando der Polizei einen Geiselnehmer in einer Bank überwältigt.
Schock in Berlin: Knapp eine Woche nach einer Geiselnahme in Zehlendorf hat erneut ein Spezialeinsatzkommando der Polizei einen Geiselnehmer in einer Bank überwältigt.
Foto: dapd/Jens Schlueter

Spezialkommando überwältigt Geiselnehmer in Bank

Epoch Times, Donnerstag, 27. Dezember 2012 17:37

Berlin – Schock in Berlin: Knapp eine Woche nach einer Geiselnahme in Zehlendorf hat erneut ein Spezialeinsatzkommando der Polizei einen Geiselnehmer in einer Bank überwältigt. Mit einer Schusswaffe hatte ein 68-Jähriger am Donnerstagmittag einen Kundenberater in einer Postbank-Filiale in Charlottenburg bedroht und ein Fernsehinterview gefordert, wie die Polizei mitteilte. Nach knapp einer Stunde konnten die Einsatzkräfte den Mann festnehmen. Innensenator Frank Henkel (CDU) bedankte sich bei den Beamten für den "erfolgreichen" Einsatz.

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Den Angaben zufolge betrat der Mann die Bank um 13.20 Uhr. Während eines Beratungsgesprächs soll er dann die Waffe gezogen haben. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich laut einem Polizeisprecher mehrere Kunden und Mitarbeiter in dem Gebäude auf, die jedoch alle flüchten konnten. Derweil bedrohte der 68-Jährige den Bankangestellten und forderte ihn auf, ein Gespräch mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zu vermitteln. Der Täter habe kein Geld verlangt, sagte der Polizeisprecher.

Der Filialleiter alarmierte die Einsatzkräfte. Sie sperrten daraufhin die nähere Umgebung weiträumig ab. Bereits um 14.10 Uhr erfolgte der Zugriff durch das Spezialeinsatzkommando. Zunächst hatte es geheißen, dass bei dem Einsatz niemand verletzt wurde. Doch offenbar erlitt der Täter leichte Verletzungen im Gesicht. Er wurde deshalb zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Trotzdem sollte er ersten Angaben zufolge noch am Nachmittag vernommen werden.

Konkrete Angaben zu dem Mann und seinen Motiven konnte der Polizeisprecher zunächst nicht machen. Gegen 15.00 Uhr wurden die Verkehrssperrungen bereits wieder aufgehoben. Den Täter erwarten laut Polizei nun strafrechtliche Ermittlungen wegen Geiselnahme.

Henkel zufrieden mit Polizeiarbeit

Der Vorfall weckte in Berlin Erinnerungen: Erst am vergangenen Freitag hatte ein 29-Jähriger eine Filiale der Deutschen Bank in Zehlendorf überfallen und einen Angestellten als Geisel genommen. Außerdem hatte er gedroht, das Gebäude zu sprengen. Nach fast zehn Stunden konnte ihn die Polizei davon überzeugen, aufzugeben und seine Geisel freizulassen. Dem Täter drohen laut Polizeiangaben nun 5 bis 15 Jahre Haft.

Am Donnerstag dauerten die Ermittlungen in diesem Fall noch an. Vor allem das genaue Motiv des Täters ist weiterhin unklar. In den kommenden Tagen werde das persönliche Umfeld des 29-Jährigen befragt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es müsse geklärt werden, ob Schulden und Geldsorgen den Mann zur Tat veranlasst hätten.

Vor diesem Hintergrund lobte Innensenator Frank Henkel (CDU) am Donnerstag die Arbeit der Einsatzkräfte. Der zweite Einsatz dieser Art binnen einer Woche zeige, wie professionell die Beamten bei derartigen Vorfällen handeln würden und wie sehr sie auf alle Eventualitäten vorbereitet seien, sagte der Unionspolitiker. Je nach Situation - sei es durch Verhandlungen oder Zugriff - beherrschten die Einsatzkräfte die unterschiedlichsten Methoden, um die schwierige Lage zu lösen.

dapd



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Kriminalität, Bank
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