Spiegel-Geschäftsführer Ove Saffe
Spiegel-Geschäftsführer Ove Saffe
Foto: dapd/Philipp Guelland

Spiegel-Geschäftsführer: "Wir müssen sparen"

Epoch Times, Donnerstag, 29. November 2012 19:05

München/Berlin – Die Spiegel-Gruppe muss sich auf einen Sparkurs einstellen. "Wir müssen sparen und die Kostenstrukturen so gestalten, dass die Spiegel-Gruppe trotz rückläufiger Umsätze solide Ergebnisse erwirtschaftet", sagte Geschäftsführer Ove Saffe der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Auch einen Stellenabbau schließt er nicht aus. "Denn wir müssen unsere gesamte Organisation verändern - entsprechend dem medialen Strukturwandel und den Veränderungen im Markt", fügte er hinzu. Dazu gehöre auch, dass der Personalaufwand reduziert werden müsse.

Die Gruppe beschäftigt den Angaben zufolge momentan etwa 1.250 Mitarbeiter. Bei der Fernsehtochter Spiegel TV sollen bereits 40 Stellen gestrichen werden.

Laut Saffe wird der Umsatz der Spiegel-Gruppe 2012 um sechs Prozent auf 307 Millionen Euro zurückgehen, das entspreche dem Niveau von 2003. "Die für das Printgeschäft entscheidenden Marktbereiche Anzeigen und Vertrieb sind rückläufig. Der 'Spiegel' verliert netto rund zehn Prozent Anzeigenerlöse, selbst die Vertriebsumsätze könnten erstmals seit vielen Jahren rückläufig sein", sagte der Geschäftsführer.

Sinkende Erlöse erwartet

Auch für das kommende Jahr werde mit weiter sinkenden Erlösen in Werbung und Vertrieb gerechnet - "während unsere Wachstumsfelder - der gesamte digitale Bereich - die Verluste im Printgeschäft weiterhin nicht ausgleichen können", sagte Saffe. Die Kosten entwickelten sich leider nicht parallel zu den Erlösen.

Nur mit einem ordentlichen Ergebnis könne der Verlag sicherstellen, dass er wirtschaftlich unabhängig bleibe, hob Saffe hervor. Er betonte zugleich, der Sparkurs solle nicht auf Kosten der Qualität gehen. Es könne aber an vielen Stellen gespart werden, "ohne dass es an die Substanz unserer Publikationen geht". Er fügte hinzu: "Die Mitarbeiter der Spiegel-Gruppe genießen außerordentlich gute Arbeitsbedingungen, mit Services, hohen Sozialleistungen und einer überdurchschnittlichen Vergütung", sagte er. Das sei gerechtfertigt, weil auch die Produkte überdurchschnittlich gut seien. Einsparungen seien dennoch in allen Bereichen möglich.

Paid-Content wird erwogen

Mit Blick auf den "Spiegel" und "Spiegel Online" sagte Saffe, man habe zwar eine Bezahlschranke vor dem Online-Auftritt abgelehnt, aber nicht Paid-Content generell. "Wir denken über andere Modelle nach, zum Beispiel wie 'Spiegel'-Inhalte gegen Bezahlung stärker im Internet stattfinden können, oder auch darüber, wie der Zutritt zu 'Spiegel Online' frei bleiben kann und gleichzeitig besonders werthaltige Inhalte kostenpflichtig werden."

Die Spiegel-Gruppe befindet sich zu 50,5 Prozent in der Besitz einer Mitarbeiter KG, 25,5 Prozent hält Gruner + Jahr, 24 Prozent die Erbengemeinschaft Augstein.

dapd



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Medien, Spiegel, Saffe


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