Musiker Xavier Naidoo (l. ) und Kool Savas
Musiker Xavier Naidoo (l. ) und Kool Savas
Foto: dapd/Adam Berry

Staatsanwaltschaft sieht von Ermittlungen gegen Naidoo und Savas ab

Epoch Times, Donnerstag, 15. November 2012 20:36

Mannheim – Ungeachtet scharfer Kritik an einem Song über Ritualmorde an Kindern verzichtet die Mannheimer Staatsanwaltschaft auf ein Ermittlungsverfahren gegen Xavier Naidoo und Kool Savas. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich das von den beiden Musikern gebildete Duo Xavas mit dem Lied strafbar gemacht hätte, teilte die Behörde am Donnerstag zur Begründung mit.

Die Jugendorganisation der Linkspartei hatte ihnen vorgeworfen, in dem Lied "Wo sind sie jetzt" ihres Nummer-eins-Albums "Gespaltene Persönlichkeit" zu schwerer Körperverletzung aufzurufen sowie Homosexualität und Pädophilie gleichzustellen. Die Musiker verteidigten das Lied.

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, beschreibt der Liedtext zwar in drastischen Worten, dass der Sänger gegenüber Menschen, die Kinder sexuell missbrauchen, körperliche Gewalt anwenden und diese auch töten würde. Eine Aufforderung, dass Hörer sich ebenso verhalten sollten, entdeckten die Strafverfolger nicht.

Zudem sei für eine strafrechtlich erhebliche Aufforderung eine hinreichend konkrete Umschreibung der zu begehenden Straftaten erforderlich, und diese enthalte der Text nicht. Zur vorgeworfenen Gleichstellung von Homosexuellen mit Satanisten und Pädophilen stellte die Staatsanwaltschaft fest, dass im Lied keine Passage entdeckt worden sei, die den Anfangsverdacht der Volksverhetzung begründen könnte.

Naidoo verweist auf eigene Erfahrungen mit Pädophilem

Naidoo und Savas hatten sich vor der Behördenmitteilung gemeldet und sich gegen die Strafanzeige gewehrt. "Ich möchte klarstellen, dass es nie die Absicht unseres Liedes war, Homosexualität und Pädophilie gleichzusetzen oder zur Gewalt gegen Menschen aufzurufen", teilte Savas am Donnerstag mit. "Was künstlerisch versucht wurde, war, die Verzweiflung und die Wut zum Ausdruck zu bringen, die ein Mensch genau in der Sekunde empfindet, in der er erfährt, dass ein Kind missbraucht wurde."

Naidoo betonte: "Ich stehe, seit ich denken kann, mit der katholischen Kirche auf Kriegsfuß, weil sie Schwule, Lesben und Transsexuelle nicht respektiert und akzeptiert. Diese Haltung ist völlig inakzeptabel, und wer gegen diese Menschen Verachtung und Hass aufbringt, der hat Jesus nicht verstanden."

Naidoo fügte hinzu, er sei selbst im Alter von acht Jahren in die Hände eines pädophilen Mannes geraten und habe "in gewisser Hinsicht Verständnis für deren tragisches Schicksal, da sie Triebtäter sind. Und gegen ihren Trieb nichts ausrichten können".

Mit Blick auf den Song "Wo sind die jetzt" sagte er: "Natürlich gilt der Ruf im Refrain unter anderem unseren aktuellen Führern, Politikern und Verantwortlichen in Medien, Polizei, Verfassungs- und sogar Staatsschutz. Es ist mir unverständlich, wie man das falsch interpretieren kann."

In dem Song heißt es etwa: "Ich schneid euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch euch die Klöten. Ihr habt einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?"

dapd



Schlagworte

Kultur, Justiz, Xavas


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