Swisscom plant Großeinkauf in Italien Überblick

Epoch Times, Dienstag, 13. März 2007 08:26

Bern/Mailand – Für rund 3,7 Milliarden Euro will der Schweizer Telekommunikationskonzern Swisscom den zweitgrößten italienischen Festnetzbetreiber Fastweb kaufen. Die Schweizer Regierung hieß den Deal gut; positiv reagierten auch Parteien und Gewerkschaften. Als freundlich wird das Angebot in Mailand eingestuft. Skeptisch war die Börse.

Der Schweizer Branchenführer will grundsätzlich das gesamte Fastweb-Aktienkapital übernehmen, gäbe sich aber mit 50 Prozent plus einer Aktie zufrieden. Mit den von der Swisscom offerierten 47 Euro je Fastweb-Aktie wird der zweitgrößte italienische Festnetzbetreiber mit 3,7 Milliarden Euro bewertet. Hinzu käme die Übernahme von Schulden von Fastweb. Finanziert werden soll der Deal durch Fremdmittel und den Verkauf von bis zu 4,9 Millionen eigenen Aktien.

Swisscom-Chef Carsten Schloter war des Lobes voll über das Mailänder Jungunternehmen, das neue Maßstäbe beim integrierten Sprach-, Daten- und Video-Angebot auf Internet-Basis über Italien hinaus gesetzt hat. Die Swisscom will Fastweb mit dem bisherigen Personal und Management weiterführen.

Fastweb-Gründer und -Präsident Silvio Scaglia will seine Beteiligung von 18,75 Prozent der Swisscom andienen, falls keine bessere Konkurrenzofferte auftaucht. Der italienischen Festnetzbetreiber kam vergangenes Jahr mit mit 3.364 Beschäftigten auf 1,260 Milliarden Euro Umsatz und wies einen Verlust von 123,6 Millionen Euro aus. Finanzanalysten nahmen die Schweizer Offerte an Fastweb zwar grundsätzlich positiv auf, schlossen aber höhere Gegenofferten nicht aus. An der Schweizer Börse gaben die Swisscom-Aktien deutlich nach.

Die Expansionspläne ins Ausland stießen bei den Bundesratsparteien und den Gewerkschaften auf breite Zustimmung. Von bürgerlicher Seite kam erneut der Ruf nach Privatisierung. Die Linke und die Gewerkschaften sehen sich hingegen bestätigt, dass die Swisscom auch mit dem Staat als Mehrheitsaktionär weiter wachsen kann. (AP)



Schlagworte

Swisscom, Telefon, Fastweb
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