Neu angekommene Asylsuchende aus Somalia beim Anstehen für Essensrationen im Dagahaley Camp ausserhalb von Dadaab, Kenya am Samstag, 9. Juli 2011. (AP Photo/Rebecca Blackwell)
Neu angekommene Asylsuchende aus Somalia beim Anstehen für Essensrationen im Dagahaley Camp ausserhalb von Dadaab, Kenya am Samstag, 9. Juli 2011. (AP Photo/Rebecca Blackwell)

Zustandsbericht über Land- und Wasserressourcen

UN-Ernährungsorganisation FAO dignostiziert Verschlechterung der Böden

von Nicole Winfield, Montag, 28. November 2011 13:18

Rom – Zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Durban in Südafrika hat die UN-Welternähungsorganisation FAO am Montag einen Bericht über die Entwicklung der Landflächen vorgestellt. Darin stellt sie eine deutliche Verschlechterung der Böden auf einem Viertel der Landfläche fest. Um auch im Jahr 2050 genug Nahrung für die wachsende Weltbevölkerung zu produzieren, müsse dieser Trend umgekehrt werden, mahnen die UN-Experten.

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In der in Rom präsentierten Studie "Zustand der weltweiten Land- und Wasserressourcen für Nahrung und Landwirtschaft" stufen die Experten ein Viertel der weltweiten Landfläche als stark degeneriert ein. Ursachen für die Verschlechterung seien beispielsweise Erosion, Wasserverschmutzung oder ein Verlust der Artenvielfalt. Acht Prozent der Landfläche werden in dem Bericht als mittelschwer geschädigt und 36 Prozent als leicht geschädigt ausgewiesen. Lediglich auf zehn Prozent der Flächen habe es Verbesserungen gegeben.

Damit die bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich neun Milliarden Menschen angewachsene Weltbevölkerung ausreichend ernährt werden könne, müsse die weltweite Nahrungsmittelproduktion bis dahin um 70 Prozent wachsen, heißt es in dem Bericht. Konkret bedeute das: Die jährliche Produktion von Reis, Weizen und anderen Getreidesorten müsste um eine Milliarde Tonnen Steigen, die jährliche Produktion von Fleisch und Fisch um 200 Millionen Tonnen. Damit dieses Ziel erreicht werde, müsse die Agrarproduktion auf den bestehenden Ackerflächen nachhaltig intensiviert werden, sagte die FAO.

Klimawandel bremst Grüne Revolution aus

In den Jahren der Grünen Revolution stieg die Agrarproduktion dank neuer Technologien, Pestiziden und der Einführung ertragreicher Pflanzenarten drastisch an. Während zwischen 1961 und 2009 die bewirtschafteten Landflächen nur um zwölf Prozent zunahmen, stiegen die Erträge um 150 Prozent. Inzwischen würden jedoch der Klimawandel und nachteilige Anbaumethoden die Produktivität senken, heißt es in dem Bericht. In weiten Teilen der Welt sei das Wachstum im Vergleich zu den guten Jahren der Grünen Revolution um die Hälfte zurückgegangen.

Als Problemgebiete weist der Bericht unter anderem Westeuropa aus. Dort habe intensive Landwirtschaft zu einer Verschmutzung der Böden und der Gewässer und damit zu einem Verlust der Artenvielfalt geführt. In den Hochgebieten des Himalaja, der Anden, der äthiopischen Hochebene und im südlichen Afrika seien vor allem Erosion und zunehmend starke Überschwemmungen problematisch.

Warnung vor Wasserknappheit

Auch Wasser werde zunehmend knapp, warnen die Autoren der Studie. Probleme seien vor allem die Versalzung und die Verunreinigung des Grundwassers durch Agrarabflüsse und Gifte. Um auch im Jahr 2050 die Wasserversorgung zu gewährleisten, werde eine effizientere Bewässerung notwendig. Aktuell würden die meisten Bewässerungssysteme unterhalb ihrer Leistungsgrenzen operieren.

Die FAO fordert Investitionen in neue Anbaumethoden, etwa integrierte Bewässerung oder Fischfarmen. Bis 2050 würde dafür etwa eine Billion Dollar (750 Milliarden Euro) allein für den Ausbau von Bewässerungssystemen in Entwicklungsländern notwendig. 160 Millionen Dollar (120 Millionen Euro) sollten außerdem für Bodenschutz und Wasserkontrollsysteme investiert werden. (dapd)



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