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Marek Janowski
Marek Janowski
Foto: Felix Broede

Janowskis Wagner-Zyklus

„Walküre“ wird zur Sternstunde in der Philharmonie Berlin

von Rosemarie Frühauf, Sonntag, 25. November 2012 21:39

 

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Sein „Rheingold“ hatte am Donnerstagabend bereits das Publikum entzückt, doch was Marek Janowski und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin am Samstagabend mit der „Walküre“ gelang, war eine wahre musikalische Sternstunde. Bei diesen über vier Stunden Musik in der Berliner Philharmonie stimmte diesmal alles: Die Besetzung, das Nervenkostüm und die Tagesform aller Sängerinnen und Sänger.

Der zweite Teil von Richard Wagners Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“ hat zwei Handlungsstränge, die ihren Protagonisten das Äußerste abverlangen: Die aufreibende Liebesgeschichte der Zwillingsgeschwister Siegmund und Sieglinde und den nicht minder spannenden Konflikt zwischen Göttervater Wotan und seiner aufmüpfigen Walküren-Tochter Brünnhilde.

Als Siegmund und Sieglinde bezauberten im ersten Akt Robert Dean Smith und Melanie Diener, ein Paar, das sich wunderbar ergänzte. Melanie Diener gab eine introvertierte Sieglinde – eine Frau, die gelernt hat, ihre Gefühle zu unterdrücken. Sie begann spröde deklamierend und leuchtete immer mehr auf. Robert Dean Smith war mit seinem karamellig dunkel gefärbten Tenor ein idealer Siegmund. Er besaß heldischen Ernst und Tiefgang ebenso wie Romantik und Süße. Er leistete sich einen unerhört langen Wälseruf, sang die „Winterstürme“ zartschmelzend und stand in der Todverkündigung der Brünnhilde als unerschütterlicher Beschützer und großer Liebender gegenüber. Am Ende des ersten Aktes, der das Publikum zu Standing Ovations von den Stühlen gerissen hatte, schüttelte Smith der Ersten Cellistin dankend die Hand, (die auf diese Weise ein riesiges Bravo bekam) – weil das Cellosolo, zu dem das Liebespaar sich zum ersten Mal in die Augen schaut, so entscheidend ist für alles, was danach passiert.

Dem 29-jährigen Finnen Timo Riihonen lag der Hunding weit besser als der Fafner: Er verstand es, kalte Gewaltbereitschaft in seinen Bass zu legen, was ihn beeindruckend bedrohlich machte.

Ähnlich war die Wandlung bei Tomasz Konieczny. Er lief als Walküren-Wotan zur Höchstform auf. Seine Lebensbeichte geriet packend, alle Brüche und Widersprüchlichkeiten der Figur wurden nachvollziehbar. Mit einem Bariton, dunkel und voluminös wie eine Posaune, metallisch und von schier unerschöpflicher Kraft, steigerte er sich, je weiter es auf den Schluss zu ging, was Marek Janowski und dem Orchester auch noch im dritten Akt ungeheuer lautstarke Höhepunkte erlaubte. Koniecznys starke Präsenz als Dreh- und Angelpunkt der Handlung war ein wichtiger Faktor, um die Aufführung über die gefürchteten „Längen“ der Dialoge zu tragen. Und auch leise Momente wagte er. Sein Abschied von Brünnhilde krönte seine Darstellung – ein triumphaler künstlerischer Erfolg.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Das „Hojotoho!“ war eine Explosion

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