Warnstreiks und Winterwetter stellen Reisende auf Geduldsprobe
Warnstreiks und Winterwetter stellen Reisende auf Geduldsprobe
Foto: dapd/Timur Emek

Viele Flüge gestrichen

Warnstreiks und Winterwetter stellen Reisende auf Geduldsprobe

Epoch Times, Montag, 10. Dezember 2012 17:42

Berlin – Erst kam der Schnee, dann der Streik - und schließlich bei vielen Reisenden der große Frust: Die Warnstreiks beim Sicherheitspersonal an Flughäfen und die Behinderungen durch Schnee und Eis haben das Reisen am Montag für Tausende Menschen arg erschwert. Einige Dutzend Flüge wurden gestrichen, weil Personal im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen in den Ausstand trat. Zugleich verspäteten sich Züge, weil ICE und IC bis zum Mittag sicherheitshalber mit gedrosselter Geschwindigkeit unterwegs waren. Auf einigen Straßen im Osten und Süden war nach schweren Glätteunfällen Stillstand angesagt.

Von Stillstand war wegen des bundesweiten Streiks am Morgen auch an manchen Flughäfen die Rede: Allein in Berlin-Tegel fielen Dutzende Flüge aus. Passagiere am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main bekamen dagegen kaum etwas von dem Ausstand mit. In Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart konnte die Gewerkschaft ver.di nach Angaben des Verhandlungsführers Andreas Sander am meisten Sicherheitsleute für den Warnstreik mobilisieren.

Fluggäste verpassen wegen langer Schlangen ihren Flieger

Ver.di wollte den Arbeitgebern mit dem Streik in den laufenden Verhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen Druck machen. In Düsseldorf und Köln-Bonn entfielen zusammen 13 Flüge, in etwa 75 Fällen gab es stundenlange Verspätungen, wie die Airports mitteilten. Tausende Reisende strandeten vorübergehend. Viele, die fliegen konnten, schafften es aber wegen langer Schlangen nicht mehr rechtzeitig zu ihrem Flugsteig.

Die Gewerkschafter beschwerten sich über die stockenden Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag für Sicherheitspersonal an Flughäfen. Besonders störe die Beschäftigten, dass sie oft erst einen Tag im Voraus über ihre Einsätze informiert würden, sagte Verhandlungsführer Sander. Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft nannte den Streik hingegen "völlig überzogen und unverhältnismäßig".

Wer vom Flieger auf das Auto oder die Bahn umstieg, musste vor allem im Osten und im südlichen Teil der Republik mit Problemen kämpfen. Auf glatten und schneebedeckten Straßen kam es zu vielen Blechschäden, zahlreichen schweren Unfällen und infolge dessen immer wieder zu Staus. Mehrere Unfälle endeten tödlich. So starb am Montagmorgen ein 54-jähriger Autofahrer auf der Bundesstraße 289 im bayrischen Landkreis Hof, nachdem ein Lastwagen auf schneeglatter Straße in den Gegenverkehr geraten war. Im Osten von Rheinland-Pfalz fuhr ein 38-Jähriger auf der Autobahn 63 mit seinem Pkw auf glatter Fahrbahn auf einen Lastwagen am Stauende auf und starb.

Auf den Bahnstrecken drosselten Fernzüge der Deutschen Bahn bis zum Mittag ihr Tempo. Deshalb sei es zu Verspätungen gekommen, sagte eine Bahnsprecherin der Netzleitzentrale in Frankfurt am Main. Sie riet allen Reisenden, sich vor der Fahrt auf der Internetseite der Bahn über mögliche Behinderungen zu informieren. Züge seien im Fernverkehr aber nicht ausgefallen.

Temperaturen werden Ende der Woche wieder milder

Bundesweite Entspannung beim Wetter ist erst zum Ende der Woche in Sicht - dann werden die Temperaturen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bundesweit wieder über null Grad liegen. Schneeflocken fielen am Montag in den neuen Bundesländern und der südlichen Hälfte der Republik, für das Bergland gaben die Meteorologen Unwetterwarnungen vor Schneeverwehungen aus. Im sächsischen und im thüringischen Bergland schneite es kräftig - bis in die Nachtstunden erwartete DWD-Meteorologe Thomas Ruppert etwa 20 Zentimeter. Auch Dienstag sei wegen des Tiefdruckgebiets Marie mit weiteren Schneefällen in Süd und Ost zu rechnen, sagte er.

Ein Obdachloser überlebte in Hessen die Kälteperiode nicht. Der 38-Jährige aus Magdeburg wurde bereits am Sonntag erfroren vor einem Wohncontainer in seinem Schlafsack tot aufgefunden, wie die Polizei mitteilte. Ebenfalls am Sonntag war ein 82-Jähriger im schwäbischen Neu-Ulm mit seinem Elektro-Rollstuhl im Tiefschnee stecken geblieben. Er schneite nach Angaben eines Polizeisprechers teilweise ein, wurde aber von einem jungen Pärchen noch rechtzeitig entdeckt.

(Aktuelle Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes: http://www.wettergefahren.de )

dapd





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