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Gärtnern für Tiere

Wildtiere im gepflegten Garten

von Heike Soleinsky, Donnerstag, 28. Februar 2013 12:30

Wer Wildtiere im Garten möchte, der muss seinen Garten nicht unbedingt verwildern lassen, auch wenn das oft zu hören ist. Doch gleich jedes welke Blättchen zu entfernen, ist im Garten zu viel an Ordnungsliebe. Schmetterlinge beispielsweise stören sich aber ganz und gar nicht daran, wenn die Blumen, von denen sie ihren Nektar beziehen, farblich sortiert in symmetrisch angelegten Beeten stehen. Adrian Thomas empfiehlt in seinem Buch „Gärtnern für Tiere. Das Praxisbuch für das ganze Jahr" jedoch, Pflanzen zu wählen, die die gewünschten Wildtiere auch gern mögen. Tagpfauenaugen sieht man zum Beispiel, wo reichlich Echter Lavendel oder Echte Brombeere steht.

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Warum tierfreundlich gärtnern?

In jedem Garten sind Wildtiere, ob wir etwas dafür tun, oder nicht: Insekten, Vögel, kleine Säugetiere wie Mäuse, Hasen, Eichhörnchen und vielleicht auch Reptilien und Amphibien wie Frösche, Kröten, Eidechsen und Salamander. Manche Wildtiere leben im eigenen Garten, manche Wildtiere rasten im Garten für eine kurze Zeit, andere Wildtiere kommen nur zum Jagen oder Fressen. Wozu sollte man für Wildtiere gärtnern - zumal sie ja eh da sind? Thomas' Antwort: Weil auch der eigene Garten ein Teil des großen Ganzen ist und man in seinem eigenen Stückchen „Umwelt" einiges zum Artenschutz beitragen kann.

Zudem tragen Wildtiere zur Schönheit und Entspannung im Garten bei. Wildtiere in natura zu sehen, kann faszinieren und manchmal auch amüsieren. Und wenn ein seltenes Tier im eigenen Garten gesichtet wird, man sich nicht zu bewegen traut, damit man es noch ein paar Sekunden länger beobachten kann, dann ist das eine Attraktion.

Gärtnern für Menschen und Tiere

Für Wildtiere zu gärtnern heißt nicht Kompromisse zu machen. Denn man kann seine eigenen Bedürfnisse und die der heimischen Tierwelt im eigenen Garten unter einen Hut bringen. So kann ein Schuppen, in den man seine Gartengeräte unterbringt, mit bepflanztem Dach (Fetthenne) und Vogelhaus an der Rückwand sowohl den Menschen als auch den Tieren nützen.

Lesen Sie weiter Seite 2 wie Rotwild fern bleibt und was Bienen nützt

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Wie Rotwild fern bleibt und was Bienen nützt

Wir können es uns natürlich nicht aussuchen, welche Wildtiere in unserem Garten sind. Aber wir können unseren Garten so gestalten, dass er für manche Tiere attraktiver ist (und für andere weniger). Thomas beschreibt in „Gärtnern für Tiere", was unterschiedliche Vögel, Insekten, Säugetiere, Amphibien und Reptilen schätzen. Nehmen wir an, wir möchten Bienen in unserem Garten oder auf unserem Balkon, dann pflanzen wir bessern nicht alles voller Kapkörbchen und Petunien, denn diese für uns schöne Farbenpracht bieten den Honigbienen nichts. Thomas gibt im Buch eine kleine Liste, mit welchen Pflanzen wir den Bienen Nektar und Pollen fürs ganze Jahr bieten können. Etwa Apfel und Traubenhyazinthen im Frühjahr, Linden und Thymian im Hochsommer und Lavendel und Erika, auf denen die Bienen ihre Wintervorräte sammeln können.

Hier ein paar Hohlräume, dort mehr Bewuchs

Nutzgarten, Ziergarten, Zäune, Mauern, Einfahrten, Stellplätze, Gartenwege, Dachflächen und Balkon - alles lässt sich ein bisschen mehr so gestalten, dass Wildtiere Unterschlupf und Nahrung finden. Auch wenn man im Garten bestimmte Lebensräume für Wildtiere schaffen will, ob Waldgarten, Wassergarten oder Wildblumenwiese, erfährt man von Thomas, wie es geht.

Attraktive Pflanzen für Menschen und Wildtiere

Allein mit der Auswahl der Pflanzen macht man einen Unterschied. Thomas stellt in „Gärtnern für Tiere" 300 Pflanzen vor, die sowohl gut aussehen, im Garten nicht all zuviel Arbeit machen und für Wildtiere attraktiv sind, welche Menschen für gewöhnlich gern in ihrem Garten sehen. Zu diesen Pflanzen gehören die Gewöhnliche (ungefüllte) Sonnenblume, Verbenen und Salbei. Zusätzlich findet man eine kleine Liste „Unkräuter", die - falls der Mensch ihnen eine kleine Ecke im Garten genehmigen mag - für viele Wildtiere ein Glücksfall wären, etwa Echte Brombeere, Vogelmiere und Brennnesseln.

Lesen Sie weiter Seite 3 wie man tut, was man eh für den Garten tut, nur ein bisschen anders

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Tun, was man eh für den Garten tut, nur ein bisschen anders

Den Abschluss des Buches bildet ein Kalender für anfallende Gartenarbeiten von Januar bis Dezember. Dieser umfasst die wichtigsten regelmäßig anfallenden Arbeiten im Garten - nicht nur Arbeiten speziell für Tiere. Denn, so schreibt Thomas: „Das eine ist vom anderen nicht zu trennen."

Mit dem Buch kann man nach Belieben und Möglichkeiten viel oder wenig für den Artschutz tun: Ob man nur ein paar Nektar spendende Pflanzen für den Balkon kaufen oder den ganzen Garten umgestalten will. Durchlesen lohnt sich in jedem Fall, denn wenn man weiß, was den Wildtieren gut tut, wird die eine oder andere sowieso zu erledigende Arbeit im Garten vielleicht künftig ein bisschen wildtierfreundlicher gemacht.

Info:

Thomas, Adrian: Gärtnern für Tiere

Das Praxisbuch für das ganze Jahr
Verlag: Haupt; 1. Auflage 2013
240 Seiten, durchgehend farbig
gebunden, 21,5 x 27,5 cm, 1183 g
EUR 29.90 (D) / EUR 30.80 (A) / CHF 38.90
ISBN 978-3-258-07759-8

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