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Wintereinbruch führt zu Hunderten Unfällen im Osten
Wintereinbruch führt zu Hunderten Unfällen im Osten
Foto: dapd/Uwe Meinhold

Wintereinbruch führt zu Hunderten Unfällen im Osten

Epoch Times, Freitag, 30. November 2012 18:45

Berlin – Wegen des anhaltenden Wintereinbruchs hat es in Ostdeutschland Hunderte Unfälle und stundenlange Behinderungen auf zahlreichen Straßen gegeben. In Sachsen gab es sogar ein Todesopfer, wie die Polizei mitteilte. Auch in Teilen Bayerns gab es vor allem wegen umgestürzter Bäume Verkehrsbehinderungen. Am Wochenende soll es im Osten und Süden weiter schneien.

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Ein 74 Jahre alter Mann wurde nach Polizeiangaben bereits am Donnerstag auf dem Marktplatz im erzgebirgischen Schönheide von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Der Rentner erlag noch am selben Tag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der schwere Schnee hatte dazu geführt, dass der Ast einer Eiche abgebrochen war.

Lastwagen kippt mit 20 Tonnen Fleisch auf glatter Straße um

Der schwerste Unfall in Thüringen ereignete sich in der Nacht zu Freitag zwischen Oberhof und Zella-Mehlis. Ein 42 Jahre alter Mann kam mit seinem Lkw auf glatter Fahrbahn von der Straße ab. Das mit 20 Tonnen Fleisch beladene Fahrzeug kippte um, der Fahrer wurde schwer verletzt.

In Sachsens Regionen Görlitz und Bautzen wurden von Mitternacht bis Freitagmorgen der Polizei zufolge 72 Unfälle gemeldet, 20 davon waren witterungsbedingt. Einen Tag zuvor war die Lage noch schlimmer: Es kam zu 650 Verkehrsunfällen, bei denen es auch Verletzte gab. Die Autobahn 72 war aufgrund zahlreicher Unfälle am Donnerstagabend bis Mitternacht gesperrt. In einem etwa 30 Kilometer langen Stau auf der Autobahn blieben Lastwagen liegen.

Vor allem wegen umgeknickter Bäume und herabgefallener Äste waren zahlreiche Straßen in der Oberpfalz und im Raum Erzgebirge bis zum frühen Freitagmorgen nicht passierbar. In der Oberpfalz in Bayern rückten Einsatzkräfte am Abend und in der Nacht zu 60 Einsätzen wegen Schneebruchs aus, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Mehrere Straßen waren zeitweise gesperrt. Noch am Freitagmorgen waren die Staatsstraße 2121 im Landkreis Tirschenreuth und die Kreisstraße Weiden 29 nicht passierbar.

Ein ähnliches Bild bot sich in Sachsen: In den Gegenden um Annaberg-Buchholz, Marienberg und Brand-Erbisdorf im Erzgebirge blockierten am Freitag umgestürzte Bäume oder abgeknickte Äste mehrere Fahrbahnen.

Die Bäume hatten den Schneemassen nicht standhalten können. Auch wegen großer Schneeverwehungen waren Straßen nicht passierbar, vor allem bei Altenberg und Freital im Erzgebirge. Der starke Schneefall hat am Freitag zudem den Betriebsstart der Fichtelbergbahn verzögert. Die ersten beiden Züge konnten nicht fahren, teilte die Sächsische Dampfeisenbahn-Gesellschaft in Oberwiesenthal mit. Zunächst habe der Schnee von der Strecke geräumt werden müssen, hieß es.

VdK warnt vor Kälteopfern

Im thüringischen Schiefergebirge sperrte die Polizei die Bundesstraße 281 zwischen Neuhaus und Lichte. Bis voraussichtlich Mittwoch soll die Verbindung für den Verkehr gesperrt bleiben, sagte eine Polizeisprecherin. Auch die Straße zwischen Neuhaus am Rennweg und Katzhütte blieb weiterhin wegen umgeknickter Bäume gesperrt.

Sowohl im Schiefergebirge als auch im Thüringer Wald fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) von Donnerstag bis Freitag rund zehn Zentimeter Schnee. In Neuhaus am Rennweg maß der Wetterdienst am Freitag eine 34 Zentimeter, in Oberweißbach im Thüringer Wald 21 Zentimeter hohe Schneedecke.

Meteorologen warnten auch am Freitag besonders in der Mitte Deutschlands vor Sturmböen und Schneefällen. So fielen in Chemnitz laut Deutschem Wetterdienst am Freitag mehr als 20 Zentimeter Schnee. Auf dem Fichtelberg waren es um die 50 Zentimeter. In Dresden und Leipzig blieben die Flocken allerdings kaum liegen, Schneedecken von etwa vier Zentimeter bildeten sich.

Der Sozialverband VdK warnte davor, dass es wegen der kalten Temperaturen zu Kälteopfern unter Obdachlosen kommen könnte. Der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) sagte Verbandspräsidentin Ulrike Mascher: "Der Wintereinbruch ist für Obdachlose lebensbedrohlich. Auch dieses Jahr werden wegen der Kälte wieder Mitmenschen sterben, die kein Dach über dem Kopf haben." Besonders gefährdet seien diejenigen, die wegen ihrer Hunde keine Notunterkünfte aufsuchen können oder wollen, so Mascher weiter. "Die Städte und Kommunen sollten ihre Notfallpläne überdenken", forderte die Verbandspräsidentin.

Das erste Adventswochenende präsentiert sich zweigeteilt. Während die ost- und süddeutschen Mittelgebirge eine weiße Schneehaube schmückt, bleibt es im Rest des Landes vorwiegend nasskalt, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Am Samstag ist es teils wolkig mit Aufheiterungen. Im Norden gibt es teils kräftige Schnee- und Graupelschauer. Sonst ist es überwiegend trocken. Die Höchsttemperatur liegt meist zwischen Werten um vier Grad im Nordwesten und minus zwei bis drei Grad in der Mitte und im Süden Deutschlands.

dapd



Schlagworte

Wetter, Verkehr, Unfälle, Prognose, GZUS
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