ZDF-Projekt über Stauffenberg startet neun Tage vor dem Hollywood-Film. (AP Photo/ZDF Oliver Hamburger)
ZDF-Projekt über Stauffenberg startet neun Tage vor dem Hollywood-Film. (AP Photo/ZDF Oliver Hamburger)

Hitler-Attentäter

ZDF tritt mit Stauffenberg-Film gegen Tom Cruise an

von Claus-Peter Tiemann, Donnerstag, 8. Januar 2009 09:06

Hamburg – Am 22. Januar kommt Tom Cruises Mammutprojekt „Operation Walküre“ über Hitler-Attentäter Stauffenberg in die deutschen Kinos. Das ZDF kontert die Hollywood-Produktion schon neun Tage früher: Das zweiteilige Millionenprojekt „Stauffenberg – Die wahre Geschichte“ aus der Schule des ZDF-Geschichtsexperten Guido Knopp ist ab dem 13. Januar zu sehen.

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Inhaltlich allerdings schlägt Knopp keine grundsätzlich anderen Töne an als Cruise: Er zeichnet ein heldenhaftes Bild des Berufsoffiziers. Claus Schenk Graf von Stauffenberg habe „etwas von der Schande getilgt, in die sein Land geraten war“, erklärte Knopp bei der Vorstellung seines Zweiteilers. Das ZDF-Dokudrama über den Attentäter vom 20. Juli 1944 wird am 13. und 20. Januar jeweils um 20.15 Uhr gesendet.

Stauffenberg hatte in Hitlers Ost-Hauptquartier „Wolfsschanze“ bei Rastenburg, dem heute polnischen Ketrzyn, während einer Lagebesprechung am 20. Juli 1944 eine Bombe explodieren lassen, die Hitler aber nicht tötete. Die „Operation Walküre“ scheiterte damit. So wurde der Versuch Stauffenbergs genannt, mit Hilfe von Wehrmachtseinheiten nach dem Attentat einen Militärputsch gegen die Nazis zu organisieren. Stauffenberg entkam zunächst. Er und andere Mitglieder der Widerstandsgruppe wurden aber noch am selben Tag erschossen.

Der Knopp-Film ist ein sehr detailgenaues Porträt des am 15. November 1907 geborenen Stauffenbergs , gespielt von Peter Becker). Die anderen Beteiligten des gescheiterten Attentates kommen nur am Rande vor.

Stauffenbergs dunkle Punkte nur am Rande erwähnt

Der ZDF-Film zeigt Stauffenberg als heldenhaften, energischen Mann, der durch seine Jahre als Offizier im Krieg zu dem Entschluss kommt, das verbrecherische Treiben Hitlers müsse gestoppt werden. Auch die Sorge um seine Frau und die fünf Kinder können ihn nicht von der Tat abbringen. Kritische Fakten über Stauffenberg, wie zum Beispiel seine Zustimmung zur Machtübernahme 1933, seine zweifelhafte Einstellung zur Demokratie, oder rassistische Äußerungen bleiben Randaspekte im Film.

In dem Zweiteiler wechseln Spielszenen mit Augenzeugenberichten ab, in denen Stauffenberg durchgehend als heroische und vorbildliche Figur beschrieben wird. Außerdem kommen Geschichtsforscher zu Wort, die Stauffenbergs Rolle einordnen. Auch ein Sohn und eine Tochter geben Erinnerungen an ihre Eltern wieder.

Der erste 45-Minuten-Teil zeigt die Jugend des Berufsoffiziers in Süddeutschland, sowie die Vorgeschichte des Attentats. Der zweite Teil zeichnet den Tag des Attentats nach bis zur Erschießung der Verschwörer in Berlin. Der Film endet mit der Verschleppung der Familie Stauffenbergs durch die Nazis und dem Wiedersehen von Mutter und Kindern nach Kriegsende. (AP)

 



Schlagworte

Stauffenberg, ZDF, Fernsehen
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