Bei 2962 Meter dem Himmel so nah

Zugspitze: höchster Berg in Deutschland

von Elke Backert / Gastautorin, Sonntag, 30. Dezember 2012 12:55

Schon mal auf 2962 Meter gestiegen? Ist wohl zu schwierig und nicht jedermanns Sache? I wo, ist ganz leicht, dauert nur eine kleine Weile. Die Bayerische Zugspitzbahn macht`s möglich - und das seit 82 Jahren.

Wer war denn schon „Top of Germany", oben auf der Zugspitze? Hand hoch! Ich! Ich hab`s endlich geschafft. Bin einfach mit der Bahn bis Garmisch-Partenkirchen gefahren, und da ich schon in Bayern war, konnte ich das Bayern-Länderticket für 22 Euro nutzen - hin und zurück an einem Tag. Super. Wer mitreisen will, zahlt 4 Euro drauf, zu zweit also 26 Euro.

Vom Zugspitzbahnhof Garmisch-Partenkirchen geht es bequem mit der Bayerischen Zugspitzbahn nach Grainau. Mit herrlichem Blick auf die verschneite Landschaft. Ab Grainau fährt die Bahn als Zahnradbahn weiter zum Zugspitzplatt. Das ist eine Möglichkeit. Wer jedoch abenteuerlustig ist und keine Höhenangst hat, bleibt noch eine Station bis Eibsee in der Bahn und wechselt dort auf die spektakuläre Eibsee-Seilbahn über dem wildromantischen Eibsee. Das ist eine der erlebnisreichsten Fahrten in einer voll besetzten Gondel über der Tiefe auf die Höhe zu schweben. Zweimal gleitet die Gondel an einem Mast vorbei - man glaubt, sie rammt ihn, nein, sie stoppt kurz, das Gefühl des Fallens geht schrecklich in den Magen, ein unbestimmtes Grummeln ist aus allen Mündern zu hören, aber dann wieder ein Aufatmen, und ruhig geht die Fahrt weiter.

Man sieht die Seile, aber wohin führen sie? Nur schroffe Felsspitzen und weiße Wand vor einem in weiter Ferne. Ah, da kommt einem eine Seilbahn entgegen. Gegenverkehr. Das macht Mut, sie hat es doch auch geschafft, den Zugspitz-Gipfel zu erklimmen. Warum also noch Angst haben. Aber das Herz rast und will sich nicht beruhigen. Wohin führen die Seile, noch immer nicht sieht man ein Ende. Aber dann entdeckt man zwei kleine dunkle Löcher im Fels. Da hinein passt niemals eine Gondel! Doch dann vergrößern sich die schwarzen Löcher und geben die Einfahrt frei. Ein paar Rucke noch, bis die Gondel ihren festen Platz gefunden hat, und die Reisenden sind erlöst. Das Ganze dauert nur zehn Minuten, und doch kommt einem die Prozedur wie eine Ewigkeit vor.

Das gewaltige Panorama entschädigt. Ungezählte Bergspitzen leuchten im gleißenden Sonnenlicht. Es sollen mehr als 400 Gipfel in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien sein. An neun Standorten erklären 23 Schautafeln den 360°-Blick. Vier „Viscope", Fernrohre, blenden beim Schwenken die Namen der Berggipfel digital ein. Mal was Neues! Zillertaler, Ötztaler, Engadiner Alpen, Ammergebirge, Großglockner, Hintertuxer Gletscher, Olperer, Großer Löffler und und und. Überwältigend.

Doch Vorsicht ist geboten. Der Höhenunterschied und die sauerstoffarme Luft kann manchen Menschen Kreislaufprobleme bringen, deshalb ist Vorsorge wichtig: Nehmen Sie Wasser oder isotonische Getränke mit!

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