Offenbach – Der Aal ist der Fisch des Jahres 2009. Mit der Wahl soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Bestände fast im gesamten Verbreitungsgebiet erheblich zurückgegangen sind, wie das Bundesamt für Naturschutz und weitere Verbände am Freitag mitteilten. Sie forderten einen besseren Schutz. Die Gründe für den Bestandsrückgang seien vielfältig und nicht ausreichend geklärt. Eine Ursache sei neben natürlichen Einflüssen auch die weltweite Nachfrage nach Aal und die Verbauung der Gewässer.
Zusätzlich zu den vom Menschen verursachten Gefahren hat der Aal auch biologische Feinde wie den Schwimmblasenwurm oder das Herpesvirus, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Wissenschaftler untersuchten zudem, ob klimatische Veränderungen Einfluss auf die Dezimierung hätten. Seit 1998 steht der Aal auf der Roten Liste gefährdeter Arten. In Europa gibt es zudem ein Rettungsprogramm.
Der Aal ist mit seinem schlangenförmigen und langgestreckten Körper unverwechselbar. Er lebt auf dem Grund unter Steinen, im Schlamm oder in Spalten und ernährt sich vorwiegend von Würmern, Krebsen, Insektenlarven und von anderen Fischen. Die Tiere schlüpfen im Atlantik nahe den Bahamas. Mit dem Golfstrom treiben die Larven nach Osten und erreichen nach etwa drei Jahren die europäischen Küsten.
Die Jungtiere wandern dann in die Flussmündungen ein, steigen in den Flüssen auf und gelangen auch in Seen. Hier wachsen sie innerhalb von sechs bis zwölf Jahren als Gelbaale zur Geschlechtsreife heran. Zur Fortpflanzung geht es dann wieder Tausende Kilometer zurück in die Sargassosee östlich von Florida, wo sie geschlüpft waren.
Die Wahl trafen der Verband Deutscher Sportfischer, das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz, das BfN und der Verband Deutscher Sporttaucher. Erstmals beteiligte sich auch der Schweizerische Fischereiverband. (AP)
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