Berlin – Rund 78 Prozent der Bürger wollen Ökostrom beziehen – aber nur fünf Prozent tun es. Dies ist ein Ergebnis einer neuen Forsa-Umfrage zu erneuerbaren Energien, die AP am Sonntag vorlag. Die extreme Kluft zwischen Wunsch und Handeln erklärten die Meinungsforscher mit den tendenziell höheren Preisen für Ökostrom und Unklarheiten bei der Zertifizierung.
Zumindest in der Theorie sind die Deutschen starke Unterstützer des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren. 80 Prozent der 1.006 Befragten gaben an, es sei sehr wichtig oder sogar außerordentlich wichtig, die erneuerbaren Energien stärker zu nutzen und auszubauen.
52 Prozent halten es für absolut wünschenswert, dass der ganze Strom in Deutschland mittel- und langfristig aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Für eher wünschenswert hält dies ein weiteres knappes Viertel. Nur 47 Prozent sind aber einigermaßen sicher, dass dies auch technisch möglich ist.
Acht von zehn Befragten äußerten die Meinung, es solle schon jetzt stark in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert werden. Die Nutzung herkömmlicher Energieträger wie Kohle, Gas und Atomkraft solle verringert werden. 17 Prozent sagten, man solle die weitere technische Entwicklung der erneuerbaren Energiearten noch abwarten und in der Zwischenzeit weiter in herkömmliche Energieträger investieren.
Breite Unterstützung gibt es nach der Umfrage, die von der Agentur für Erneuerbare Energien in Auftrag gegeben wurde, auch für die weitere Ökostrom-Förderung. Drei Viertel der Befragten sagten demnach, sie solle auf bisherigem Niveau aufrecht erhalten werden. Investitionskürzungen halten 20 Prozent der Befragten für angeraten. (AP)
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