Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
07.02.2011
Foto: Thomas Max Müller / Pixelio
London – Eine spezielle Ernährung kann bei vielen Kindern die Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) offenbar deutlich bessern. Auf eine Auslass-Diät ohne Allergie-auslösende Stoffe reagierten in einer niederländischen Studie zwei Drittel der kleinen Patienten. Die Ärzte um Jan Buitelaar von der Universitätsklinik Nijmegen empfehlen in der Zeitschrift "The Lancet", eine solche fünfwöchige Kost bei allen ADHS-Kindern zu versuchen. Bessere sich die Unruhe, solle man im nächsten Schritt die dafür verantwortlichen Stoffe genau ermitteln.
Sie sind zappelig, unkonzentriert und impulsiv: Schätzungen zufolge leiden weltweit rund fünf Prozent aller Kinder an ADHS. Schon länger stehen Lebensmittel in Verdacht, an dem Zappelphilipp-Syndrom beteiligt zu sein. Die niederländischen Mediziner nehmen an, dass viele betroffene Kinder äußerst empfindlich auf bestimmte Allergie-auslösende Stoffe im Essen reagieren.
In einer Studie an 100 ADHS-Patienten im Alter von vier bis acht Jahren verordneten sie einer Hälfte der Kinder eine Kost ohne solche Allergene. Die übrigen Teilnehmer sollten sich lediglich gesund ernähren. Die fünfwöchige Auslass-Diät besserte die Symptome bei fast zwei Dritteln der Kinder deutlich. "Wir glauben, dass die Ernährungsumstellung für alle Kinder mit ADHS erwogen werden sollte", schreiben die Forscher.
Helfe die Kur, so gelte es im nächsten Schritt genau zu ermitteln, welche Nährstoffe zur Unruhe des jeweiligen Kindes beitragen. Dies soll die Belastung der Kleinen durch die Diät minimieren. Denn eine rigorose Meidung sämtlicher Allergene könnte die Nährstoffversorgung gefährden. Daher mahnen die Mediziner, eine solche Diät müsse unter der Aufsicht eines Arztes oder Nährstoffexperten stehen.
(Quelle: "The Lancet", Vol. 377, S. 494-503)
dapd/ww/sg (dapd)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
(06.01.2011)
Was mit Kindern in der Psychiatrie geschieht
(02.11.2010)
„Aufpassen, dass ADHS nicht zur Modediagnose verkommt“
(26.02.2010)
Väter bemerken seltener als Mütter Krankheiten ihrer Kinder
(18.02.2010)
Therapeutisches Klettern gegen Hyperaktivität
(20.05.2009)
Immer mehr Menschen nehmen Arzneien gegen ADHS
(30.03.2009)
Schlafprobleme verstärken ADHS-Symptome
(09.03.2009)
„Die Anderen machen mir Angst und verwirren mich“
(06.03.2009)
Enger Zusammenhang zwischen ADHS und Drogensucht
(27.03.2008)
Kinder mit Asthma haben oft auch psychosoziale Probleme
(24.04.2007)
Zu wenig Infos über seelische Erkrankungen in Schulen
(31.01.2007)