Aktuelle Nachrichten – International
20.09.2008
La Paz – Der bolivianische Präsident Evo Morales hat am Samstag einen Admiral als Übergangsgouverneur für die Unruheprovinz Pando eingesetzt. Pando gehört zu den relativ wohlhabenden Provinzen in Bolivien, die eine größere politische und wirtschaftliche Autonomie fordern. Der bisherige oppositionelle Gouverneur Leopoldo Fernandez wurde nach Unruhen, bei denen mindestens 15 Menschen ums Leben kamen, festgenommen. Die Regierung macht Fernandez für die Unruhen verantwortlich. Morales warf ihm vor, „brasilianische und peruanische Auftragskiller“ befehligt zu haben.
Als Übergangsgouverneur wurde Konteradmiral Landelino Bandeiras vereidigt. Er hoffe, Ruhe in den nordbolivianischen Staat bringen zu können, sagte Bandeiras. Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein Streit zwischen den wohlhabenden Provinzen – Pando, Santa Cruz, Beni and Tarija – und der Zentralregierung. Die vier Provinzen fordern von der Regierung in La Paz größere Unabhängigkeit. Außerdem verlangen sie eine Absage des für Dezember geplanten Referendums über eine neue Verfassung, die Morales' Wiederwahl ermöglichen würde.
Morales verhandelt derzeit weiter mit der Opposition über eine Lösung der Krise. Am Freitag stimmte er zu, die Autonomieforderungen der Provinzen in eine neue Verfassung mit aufnehmen zu lassen. (AP)
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