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Aktuelle Nachrichten – Gesundheit

Ärzte bieten immer häufiger Zusatzleistungen an

DAPD

10.07.2007

Berlin – Ärzte bieten Kassenpatienten immer häufiger Zusatzleistungen gegen Barzahlung an. Innerhalb eines Jahres bekamen einer Umfrage zufolge 25,2 Prozent aller Patienten – hochgerechnet 18 Millionen Menschen – „Individuelle Gesundheitsleistungen“ (IGeL) offeriert, die die Kasse nicht zahlt. Vor zwei Jahren waren es 23,1 Prozent. Der Umsatz damit wird auf eine Milliarde Euro geschätzt, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) am Dienstag mitteilte.

Ärzte hielten bei den IGeL – zum Beispiel zusätzliche Krebstests oder Ultraschalluntersuchungen – nicht immer alle Regeln ein, kritisiert die Studie. So fehlte in 63,6 Prozent der Fälle die eigentlich erforderliche schriftliche Vereinbarung zwischen Arzt und Patient vor der Behandlung. Für 21,1 Prozent der erbrachten Leistungen erhielten Patienten keine Rechnung. „In einem wachsenden Privatmarkt der IGeL ist nach wie vor mehr Transparenz und Qualitätssicherung nötig“, betonte Studienleiter Klaus Zok.

Der Umfrage unter 3.000 Kassenpatienten zufolge werden solche Angebote vor allem an Patienten mit höherem Einkommen und besserer Bildung vermarktet. So berichteten unter den befragten Patienten mit einem Haushaltseinkommen von bis zu 1.000 Euro nur 14,9 Prozent von IGeL-Angeboten ihres Arztes. In der Einkommensgruppe von bis zu 3.000 Euro waren es 25,5 Prozent, in der Gruppe mit mehr als 4.000 Euro netto sogar 37 Prozent. 16,8 Prozent der Menschen mit einfacher Schulbildung berichteten von IGeL-Angeboten, aber 33,4 Prozent der Patienten mit hoher Schulbildung.

Unter den Angeboten lagen Ultraschalluntersuchungen mit einem Anteil von 19,7 Prozent vorn, gefolgt von Augeninnendruckmessungen (14,6 Prozent) und ergänzenden Krebsfrüherkennungstests für Frauen (13,8 Prozent). Am häufigsten werden die Zusatzleistungen der Umfrage zufolge von Gynäkologen angeboten, danach folgen Augenärzte, Urologen, Hautärzte und Orthopäden.

http://www.wido.de/ (AP)

 

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