Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
30.09.2007
Berlin – Ärzte und Krankenhäuser sollen den Kassen künftig Komplikationen melden, die nach Schönheitsoperationen und unnötigen Eingriffen auftreten. Das geht aus einem Referentenentwurf zur Pflegereform hervor, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf AP-Nachfrage sagte. „Wir schaffen damit eine klare gesetzliche Regelung zum Zweck der Kostenkontrolle.“ Einem „Spiegel“-Bericht vom Wochenende zufolge weigern sich bislang die meisten Mediziner, solche Komplikationen bei den Kassen anzuzeigen.
Hintergrund ist, dass in der seit 1. April geltenden Gesundheitsreform festgelegt wurde, dass Leistungen nach Piercings, Tätowierungen und Schönheitsoperationen eingeschränkt und Patienten in angemessener Höhe an Folgekosten beteiligt werden. Die Ministeriums-Sprecherin sagte, von einem verschärften Vorgehen gegen Kassenpatienten, die ihre Gesundheit mit Schönheitsoperationen aufs Spiel setzten, könne anders als vom „Spiegel“ behauptet nicht die Rede sein. Mit der Gesetzesänderung im Pflegereform-Entwurf werde nur umgesetzt, was bereits in der Gesundheitsreform angelegt sei.
Kritiker wie der Präsident des Sozialverbandes Deutschland, Adolf Bauer, werfen laut „Spiegel“ Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nun vor, Ärzte zu Handlangern der Krankenkassen zu machen und mit der geplanten Meldepflicht das Schweigegebot der Ärzte zu missachten.
http://www.bmg.bund.de/ (AP)
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