Gesundheit - Aktuelle Nachrichten, Ratgeber und Berichte – Ärztekammerpräsident Hoppe beklagt Misstrauen bei Organspenden – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Gesundheit

Unter Verdacht Ärztekammerpräsident Hoppe beklagt Misstrauen bei Organspenden

DAPD

31.01.2011

Foto: AP Photo/Roberto Pfeil

Foto: AP Photo/Roberto Pfeil

Passau – In jedem Krankenhaus sollte es nach dem Willen des Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, einen Beauftragten geben, der bei Angehörigen Verstorbener für Organspenden wirbt. Dass 70 Prozent der Menschen in Deutschland grundsätzlich bereit seien, Organe zu spenden, aber nur 17 Prozent einen Spenderausweis haben, führt Hoppe im Gespräch mit der "Passauer Neuen Presse" (Montagausgabe) darauf zurück, dass "das Misstrauen einfach noch zu groß ist".

Leider sei die Angst weitverbreitet, dass im Fall der Fälle eher an die Entnahme der Organe gedacht wird als daran, alles zur Genesung zu tun. Doch Hoppe versichert: "Für die Ärzte steht die Gesundheit des Patienten absolut im Vordergrund – und zwar unabhängig davon, ob er einen Organspendeausweis hat oder nicht."

Eine gesetzliche Regelung – wie sie Union und SPD vorschwebt – nach der sich jeder Erwachsene festlegen muss, ob er bereit ist, seine Organe zu spenden, könnte nach Ansicht von Hoppe "das Problem des Mangels an Spenderorganen verringern, aber nicht lösen". Hoppe drängt darauf, über andere Wege nachzudenken. "Eine Möglichkeit wäre, in jedem Krankenhaus einen Transplantationsbeauftragten einzustellen." Dessen Aufgabe wäre es, im Falle des Hirntods eines Patienten mit den Angehörigen zu sprechen und um ihre Zustimmung zur Organentnahme zu werben.

Eine Widerspruchslösung, bei der allen Patienten Organe entnommen werden dürften, die nicht zu Lebzeiten Widerspruch eingelegt haben, wäre aus Sicht Hoppes "nur die allerletzte Option".   (dapd)

 

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