Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
15.06.2010
Rom (apn) Die aufstrebenden Wirtschaftsmächte Brasilien, China und Indien werden in den nächsten Jahren einen landwirtschaftlichen Boom erleben. In Westeuropa hingegen wird der Ertrag in den Jahren von 2010 bis 2019 eher stagnieren, wie aus dem am Dienstag gemeinsam von OECD und FAO veröffentlichten Landwirtschaftsausblick für das nächste Jahrzehnt hervorgeht. Eine steigende Agrarproduktion sei auch in Russland und der Ukraine zu erwarten, heißt es in der Studie mit dem Titel „OECD-FAO Agricultural Outlook 2010-2019“.
Die hohen Preise für Lebensmittel, die 2008 in einigen Ländern zu Unruhen führten, wird es nach Einschätzung der Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) in den nächsten Jahren wohl nicht mehr geben. Beide Organisationen verweisen darauf, dass sie im vergangenen Jahr in ihrer Erwartung bestätigt wurden, dass die Preise schon 2009 wieder deutlich zurückgehen. Gründe seien eine gestiegene Produktion und der Beginn der weltweiten Rezession gewesen.
Inflationsbereinigt würden die Preise in den nächsten Jahren deutlich sinken und unter den Spitzenwerten der Jahre 2007 und 2008 liegen, erklärten OECD und FAO. In realen Zahlen werde es einen Preisanstieg um 16 bis 40 Prozent geben, wobei die größten Steigerungen bei Milchprodukten zu erwarten seien.
Den größten Anstieg bei der landwirtschaftlichen Produktion werde es mit mehr als 40 Prozent bis 2019 in Brasilien geben, hieß es. Als Basis für den Vergleich diene der Zeitraum 2007 bis 2009. In China und Indien sei ein Wachstum von 26 Prozent und 21 Prozent zu erwarten. In Russland und der Ukraine werde es Steigerungen von 26 und 29 Prozent geben, vorausgesetzt, die Regierungen unterstützen die Landwirtschaft wie angekündigt. In den 27 Ländern der Europäischen Union sei im gleichen Zeitraum mit Steigerungen von weniger als vier Prozent zu rechnen. Ein Zunahme beim Verbrauch müsse dann durch Importe ausgeglichen werden.
http://www.fao.org/
http://www.oecd.org/ (AP)
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