Aktuelle Nachrichten – International
15.04.2009
Teheran – Bewegung im Atomstreit: Nach den versöhnlichen Signalen aus Washington hat sich auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad für einen Neuanfang ausgesprochen. Der Iran sei bereit, „die Vergangenheit zu vergessen und eine neue Ära einzuläuten“, sagte Ahmadinedschad am Mittwoch in der südöstlichen Stadt Kerman vor tausenden Anhängern. Der Iran bereite für die internationalen Gespräche neue Vorschläge vor, die die Verhandlungen voranbringen sollen. Details nannte der Präsident nicht.
Ahmadinedschad erklärte offenbar im Hinblick auf die Haltung der neuen US-Regierung unter Präsident Barack Obama: „Die Umstände haben sich geändert.“ Gleichzeitig erklärte Ahmadinedschad, der sich im Juni um eine Wiederwahl bewirbt, der iranische Widerstand und der technische Fortschritt des Atomprogramms habe die USA zum Einlenken gezwungen. Washington könne nur Erfolg haben, wenn es die Rechte anderer Länder respektiere. Die Äußerungen des als Hardliner bekannten Präsidenten vom Mittwoch waren deutlich versöhnlicher als in den vergangenen Wochen.
Obama hat seit seinem Amtsantritt im Januar klargestellt, dass er auf Teheran zugehen will und auf direkte Verhandlungen setzt. Am Dienstag war bekanntgeworden, dass die US-Regierung in den Gesprächen auch einen Strategiewechsel in Kauf zu nehmen scheint. Nach Auskunft von Diplomaten soll die Einstellung der umstrittenen Urananreicherung nicht mehr Vorausbedingung für Gespräche sein. Die Regierung prüfe die Option, eine Urananreicherung Teherans in geringem Umfang zu tolerieren, hieß es. Der Iran soll die Urananreicherung jedoch während der Verhandlungen mit den fünf Vetomächten des UN-Sicherheitsrats und Deutschland nicht weiter ausbauen dürfen.
Die USA und andere westliche Länder werfen dem Iran vor, mit seinem Nuklearprogramm heimlich Atombomben entwickeln zu wollen. Teheran beteuert, es strebe allein die zivile Nutzung der Atomenergie zur Stromerzeugung an. Wegen des Festhaltens an der Urananreicherung hat der UN-Sicherheitsrat bereits mehrfach Sanktionen gegen den Iran verhängt. (AP)
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