Bagdad – Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich bei seinem historischen Besuch im Irak für freundschaftliche Beziehungen der beiden seit Jahren verfeindeten Nachbarn ausgesprochen. Teheran und Bagdad wollten ihre Beziehungen so weit wie möglich verbessern, sagte Ahmadinedschad auf einer Pressekonferenz mit seinem irakischen Kollegen Dschalal Talabani am Sonntag. Er ist der erste iranische Staatschef, der das Nachbarland besucht.
Ein stabiler und souveräner Irak werde der gesamten Region nützen, erklärte Ahmadinedschad. Bereits am Samstag hatte er Vorwürfe zurückgewiesen, sein Land schüre die Unruhen im Irak. Teheran habe es nicht nötig, sich im Irak einzumischen, wurde er von der Nachrichtenagentur IRNA zitiert. Die USA haben Teheran wiederholt vorgeworfen, schiitische Extremisten im Irak zu unterstützen.
Die Gespräche zwischen Washington und Teheran über den Irak hätten zu einer Verbesserung der Sicherheitslage in dem Land beigetragen, erklärte Ahmadinedschad. Vertreter des Irans und der USA haben seit Mai in drei Gesprächsrunden die Sicherheitslage im Irak erörtert.
Talabani erklärte, er habe mit Ahmadinedschad über Themen aus Wirtschaft, Politik, Sicherheit und über das Ölgeschäft gesprochen. Beide wollten mehrere Abkommen unterzeichnen. Der zwischen beiden Ländern umstrittene Wasserweg Schatt el Arab sei jedoch nicht zur Sprache gekommen.
Die US-Streitkräfte im Irak haben unterdessen einen mutmaßlichen Terror-Ausbilder festgenommen, der Frauen für Selbstmordattentate rekrutiert und ausgebildet haben soll. Unter diesen Frauen sei auch die Ehefrau des im Iran ausgebildeten Mannes gewesen.
US-Präsident George W. Bush lehnt es derweil ab, einen weitergehenden Rückzug der US-Truppen aus dem Irak noch in diesem Jahr in Aussicht zu stellen. Trotz enormer Spekulationen könne er einen solchen Schritt nicht versprechen, sagte Bush. Prinzipiell müssten die Generäle entscheiden, ob mehr Truppen als bislang geplant abgezogen werden könnten, es sei jedoch unwahrscheinlich, dass dies vor den Provinzwahlen im Irak im Oktober passieren könne.
Die Zahl der getöteten US-Soldaten fiel im Februar auf 29. Im Vormonat wurde 40 getötet, im Februar 2007 waren es 81. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP kamen im Februar mindestens 739 Zivilpersonen und Angehörige der irakischen Sicherheitskräfte ums Leben – 129 Menschen mehr als noch im Januar.
Bei zwei Überfällen auf Busse schiitischer Reisender nordöstlich von Bagdad kamen am Samstag fünf Menschen ums Leben, elf wurden nach Polizeiangaben verletzt. Die US-Streitkräfte teilten mit, sechs Aufständische seien bei Gefechten im Nordirak getötet worden.
Am Sonntag wurden bei einem Gefecht zwischen amerikanischen und irakischen Truppen auf der einen und Aufständischen auf der anderen Seite 13 bewaffnete Kämpfer getötet und acht weitere verwundet. Das Gefecht trug sich in der Ortschaft Tal Afar an der Straße zwischen Syrien und Mossul zu. Dabei wurden nach Angaben des Bürgermeisters auch zwei Polizisten getötet. (AP)