Aktuelle Nachrichten – Kultur
30.09.2012
Foto: © AP 2012 Ng Han Guan/AP/dapd
Berlin/Hamburg – Der chinesische Künstler und Dissident Ai Weiwei stichelt weiter gegen das kommunistische Regime seines Heimatlandes. "Sie sind so schüchtern, dass sie sich nicht einmal trauen, öffentlich über meinen Fall zu reden", sagte der 55-Jährige in einem am Sonntag veröffentlichten "Spiegel"-Interview. Natürlich werde die Regierung zunächst gegen ihn gewinnen - aber nicht am Ende. "Denn sie sind schwach."
Ai hatte vor kurzem angekündigt, er wolle nach dem Scheitern seines Berufungsverfahrens wegen angeblicher Steuerhinterziehung die Reststrafe von umgerechnet etwa 850.000 Euro nicht bezahlen. Er war im April 2011 für zwei Monate von der chinesischen Polizei an einem unbekannten Ort in Isolationshaft gehalten worden. Nach seiner Freilassung wurde ihm Steuerhinterziehung vorgeworfen - die Behörden forderten eine Summe von mehr als 1,8 Millionen Euro.
Ai sagte in dem Interview weiter, es könne durchaus sein, dass er bald wieder ins Gefängnis müsse. "Es kann jeden Augenblick passieren, dass sie vorn am Tor stehen und mich abholen", sagte er. Es könne aber auch sein, dass sie ihn plötzlich ausreisen ließen, einfach, "damit ich weg bin und keinen Ärger mehr mache".
Ai will Anfang Oktober nach Washington reisen, um in der US-Hauptstadt eine Ausstellung zu eröffnen. Für Deutschland soll er den Pavillon auf der Biennale 2013 gestalten.
dapd
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