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Künstler hält sich mit Äußerungen zurück Ai Weiwei hofft auf Gastaufenthalt in Berlin ab Ende des Jahres

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05.06.2012

Ai Weiwei in seinem Büro in Peking im april 2012.    Foto: Ed Jones/AFP/Getty Images
Ai Weiwei in seinem Büro in Peking im april 2012.

Foto: Ed Jones/AFP/Getty Images

Stuttgart – Der chinesische Künstler und Aktivist Ai Weiwei hofft, noch in diesem Jahr mit seiner Lehrtätigkeit an der Universität der Künste (UdK) Berlin beginnen zu können. "Die einjährige Bewährungszeit, die mir die Behörden nach meiner Entlassung auferlegt haben, endet am 22. Juni", sagte der Künstler der "Stuttgarter Zeitung" (Dienstagausgabe). Wenn er dann eine Reiseerlaubnis bekomme, könne er Ende des Jahres nach Deutschland fliegen.

Der international anerkannte Konzeptkünstler war im vergangenen Jahr drei Monate lang inhaftiert. Nach seiner Freilassung forderten die Behörden, dass seine Design-Firma 15 Millionen Yuan (1,9 Millionen Euro) an ausstehenden Steuern und Strafe zahlt. Die chinesische Justiz hat inzwischen eine Klage des Künstlers gegen die Steuerbehörden zugelassen.

Kurz nach der Festnahme von Ai im April 2011 hatte die UdK ihn als Gastprofessor berufen. Die Hochschule trifft derzeit Vorbereitungen für seine Lehrtätigkeit. Ai glaubt indes nicht, ein ganzes Semester lang bleiben zu können. Auch wisse er noch nicht, was die Hochschule von ihm erwarte. "Aber sie werden sich bei der Einladung schon etwas gedacht haben", sagte er. Eigentlich hoffe er, von den Studenten etwas zu lernen.

Der Künstler wird seit seiner Freilassung vor einem Jahr rund um die Uhr von der chinesischen Polizei in seinem Haus überwacht. Ai sagte der Zeitung weiter, er müsse mit seinem Äußerungen nun "kürzertreten". "Ich äußere mich zwar immer noch im Internet und gebe das eine oder andere Interview, aber viel weniger als früher." Außerdem dürfe er nicht reisen. Die Polizei sei sehr mächtig. "Ich habe keine andere Wahl, als ihre Anweisungen zu befolgen", sagte er.

Jedoch habe er Polizisten unlängst eingeladen, doch direkt bei ihm im Büro zu arbeiten. "Ich habe ihnen gesagt: 'Dass ihr mich ständig ausspioniert, ist völlig ineffizient. So bekommt ihr doch gar nicht all die Informationen, die ihr wollt, oder ihr zieht daraus die falschen Schlüsse.'" Das Angebot sei jedoch abgelehnt worden.

(dapd)

 

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