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Air Berlin übernimmt Condor von Thomas Cook

DAPD

20.09.2007

Air Berlin Chef Joachim Hunold testet den neuen Businessitz zu Beginn einer Pressekonferenz in Düsseldorf. (AP Photo/Frank Augstein)
Air Berlin Chef Joachim Hunold testet den neuen Businessitz zu Beginn einer Pressekonferenz in Düsseldorf. (AP Photo/Frank Augstein)

Düsseldorf – Die Fluggesellschaft Air Berlin will die Mehrheit am Ferienflieger Condor vom Reisekonzern Thomas Cook übernehmen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Air Berlin im Februar 2009 zunächst 75,1 Prozent der Anteile an der Fluggesellschaft von dem Reisekonzern erwirbt. Im Gegenzug erhält Thomas Cook eine Beteiligung von bis zu 29,99 Prozent an Air Berlin. Das Geschäft könnte ein Volumen von fast 600 Millionen Euro erreichen.

Air-Berlin-Chef Joachim Hunold sagte am Donnerstag, die Integration der Condor in die Air-Berlin-Gruppe sei angesichts des fortschreitenden Konzentrationsprozesses in der europäischen Luftfahrt ein wichtiger Schritt der Zukunftssicherung für beide Unternehmen: „Gemeinsam erreichen wir eine internationale Wettbewerbsfähigkeit.“ Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa erklärte: „Durch den Zusammenschluss von Condor und Air Berlin entsteht ein erstklassiger Wettbewerber unter den deutschen Fluggesellschaften sowie eine der führenden Low-Fare-Airlines.“

„Ich bin davon überzeugt, dass dadurch ein entscheidender Mehrwert für die Aktionäre von Thomas Cook geschaffen und gleichzeitig die Zukunft Condors und seiner Mitarbeiter langfristig gesichert wird“, erklärte Fontenla-Novoa. Die Fusion werde sich im Geschäftsjahr 2008/2009 ertragssteigernd für Thomas Cook auswirken. Beide Partner erwarten zudem jährliche Synergien von mindestens 70 Millionen Euro. Ob der Zusammenschluss Arbeitsplätze kosten könnte, wurde nicht konkret mitgeteilt. Hunold erklärte, man werde sich Gedanken machen, wie man die Integration strategisch angehe.

Lufthansa kann noch ihre Vorkaufsrecht geltend machen -

Im Februar 2010 will Air Berlin die restlichen 24,9 Prozent der Anteile an Condor übernehmen, die derzeit noch die Lufthansa hält. Allerdings müssen die Kartellbehörden der Vereinbarung insgesamt noch zustimmen. Das Geschäft steht außerdem unter dem Vorbehalt, dass die Lufthansa nicht ihr Vorkaufsrecht für 75,1 Prozent der Condor-Anteile geltend macht.

Die Lufthansa selbst wollte sich noch nicht zu ihren Plänen äußern. Man werde ein Angebot zügig und sorgfältig prüfen, bisher habe es noch keine Gespräche gegeben, sagte Konzernchef Wolfgang Mayrhuber. Eine Lufthansa-Sprecherin erklärte, die Airline habe bis 2009 genug Zeit für eine Prüfung.

Nach Auffassung von Arcandor-Chef Thomas Middelhoff muss die Lufthansa hingegen innerhalb einer Woche entscheiden, ob sie ihr Vorkaufsrecht ausüben will. KarstadtQuelle (heute Arcandor) hatte Ende 2006 für 800 Millionen Euro den 50-Prozent-Anteil der Lufthansa an Thomas Cook erworben und sich damit die Mehrheit an Europas zweitgrößtem Reiseveranstalter gesichert. Die Lufthansa behielt allerdings einen Minderheitsanteil von 24,9 Prozent an Condor.

Thomas Cook soll bei der Transaktion neue Air-Berlin-Aktien im Wert von 380 bis 475 Millionen Euro erhalten, hinzu könnte eine Ausgleichszahlung von rund 120 Millionen Euro kommen.

Mit der Integration von Condor soll Hunold zufolge im Februar 2009 begonnen werden. Zu diesem Zeitpunkt werde die Integration des im vergangenen März übernommenen Ferienfliegers LTU abgeschlossen sein. „Diese Zeitschiene kommt uns sehr entgegen“, erklärte Hunold. Unter anderem könne Air Berlin mit Condor sein Angebot an den Flughäfen München, Hamburg und Frankfurt attraktiver machen. Die LTU soll unterdessen auf den touristischen Fernstrecken weiter unter ihrem traditionellen Logo fliegen. (AP)

 

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