Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
27.11.2006
Berlin – Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger hat vom Siemens-Konzern eine rasche und vollständige Aufklärung der Schmiergeld-Vorwürfe gefordert. „Das muss personelle Konsequenzen haben“, zitierte die „Berliner Zeitung“ den Sprecher der Aktionärsschützerorganisation, Michael Kunert, am Montag. Bei Siemens müsse von unten bis nach oben durchleuchtet werden, wer von der Affäre etwas gewusst und nichts weiter gemeldet habe. „Und wer davon gewusst hat, der muss gehen“, fügte Kunert hinzu.
Die Spätfolgen solcher dubiosen Geschäfte seien in der Regel verheerend, argumentierte Kunert: Wenn sich Kunden von korrupten Unternehmen abwendeten, könne das langfristig auch der gesamten deutschen Industrie schaden, weil man dem Wort 'Made in Germany' nicht mehr traue.
Kunert sagte weiter, man könne nicht ausschließen, dass so etwas auch bei anderen Unternehmen vorkomme. Es sei zumindest befremdlich, dass jetzt nach VW mit Siemens der zweite große Dax-Konzern in interne Korruptionsaffären verwickelt sei. Der Aktionärsschützer forderte die Unternehmen auf, die internen Kontrollmechanismen zu verbessern.
(AP)
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