Aktuelle Nachrichten – Medizin
10.06.2012
Foto: Michael Staudinger / Pixelio
Osnabrück – Die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans drängt bei der Bekämpfung von Abhängigkeit unter Senioren zur Eile. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe) sagte die FDP-Politikerin: "Wir müssen Ärzte und Apotheker viel stärker für die Problematik sensibilisieren." Die demografische Entwicklung lasse befürchten, dass es künftig deutlich mehr Ältere mit problematischem Trinkverhalten geben werde. "Das Thema Sucht im Alter muss erkennbarer in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden."
Dyckmans betonte: "Information und Prävention sind nur erfolgreich, wenn sie die Menschen dort abholen, wo sie sind." Es nütze nichts, darauf zu warten, dass die Menschen zur Beratungsstelle kommen. Die Drogenbeauftragte forderte daher eine bessere Verzahnung von Suchthilfe mit Altenheimen, Altenwohngemeinschaften, Seniorenbeiräten und anderen Senioreneinrichtungen.
Das Bundesgesundheitsministerium hatte kürzlich eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, nach der in vier von fünf stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen Menschen mit Suchtproblemen leben. Nicht Drogen- sondern Alkohol- und Medikamente- Abhängigkeit stehe dabei im Zentrum. (dapd)
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