Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
22.09.2009
München – Die Allianz kehrt der Wall Street und anderen ausländischen Börsen den Rücken. Die Aktien des Versicherungskonzerns sollen künftig nur noch in Deutschland notiert werden, wie das Unternehmen am Dienstag in München bekanntgab. Dadurch unterliege die Allianz nicht mehr verschiedenen Börsenaufsichten, was Komplexität und Verwaltungsaufwand reduziere, sagte ein Sprecher. Das Einsparpotenzial in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrages sei dabei nicht entscheidend.
Die Allianz-Aktie soll von den Börsen in New York, London, Mailand, Paris und der Schweiz verschwinden. Ein Termin ist dabei nur für New York angepeilt: Der 23. Oktober. Bis wann sich die Allianz von den anderen Aktienmärkten zurückziehen will, ließ der Sprecher offen.
Als weiteren Grund für ihre Entscheidung nannte die Allianz, dass das Listing an den ausländischen Börsen nur wenig genutzt werde. Bereits jetzt fänden 95 Prozent des Handels mit Allianz-Papieren in Deutschland statt, obwohl 70 Prozent der Aktieninhaber im Ausland säßen. Die meisten Käufer und -verkäufer gingen eben an die Börse, an der der höchste Umsatz mit einer Aktie gemacht werde.
Analyst Alexander Groschke von der Landesbank Baden-Württemberg, sieht das ähnlich. Der Rückzug werde voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Aktionärsstruktur der Allianz haben, sagte er. Ein Listing an der Wall Street oder anderen ausländischen Börsen, habe heute kaum noch eine Bedeutung, verursache aber einen immensen Aufwand.
Wenn die Allianz sich im Oktober nach knapp neun Jahren von der Wall Street verabschiedet, ist sie nicht das erste deutsche Unternehmen, das diesen Weg geht. In den vergangenen Jahren haben unter anderem E.ON, BASF und Infineon New York den Rücken gekehrt. (AP)
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