Aktuelle Nachrichten – Medizin
09.02.2009
Washington – Eine neue Studie stützt den Verdacht, dass es sich bei der Alzheimer-Krankheit um eine neuartige dritte Form von Diabetes handelt. In Laborversuchen zeigten Neurobiologen der Northwestern Universität in Evanston, dass das Hormon Insulin jene Nervenzellen schützt, die bei der Erkrankung degenerieren.
Die Forscher um William Klein nutzten in den Versuchen Nervenzellen aus dem Areal des Hippocampus, der für das Gedächtnis zuständig ist. Behandelten sie die Neuronen mit Insulin, so waren die Zellen vor den giftigen Proteinen geschützt, die sich bei der Alzheimer-Krankheit anhäufen. Diesen Schutz konnten die Wissenschaftler noch weiter steigern, indem sie die Zellen mit dem Diabetesmittel Rosiglitazon zusätzlich für Insulin sensibilisierten. Dabei verringerte Insulin auf der Oberfläche der Nervenzellen die Zahl der Stellen, an denen die schädlichen Proteine andocken können.
Klein glaubt, dass Nervenzellen im Alter unempfindlicher auf Insulin reagieren und damit anfälliger für die schädlichen Proteine werden. Diese sorgen ihrerseits wiederum dafür, dass die Zellen ihre Insulinrezeptoren verlieren. In der Zeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ hofft der Forscher auf neue Medikamente, die die Insulinsensibilität im Gehirn erhöhen könnten.
(Quelle: „Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)“, Online-Vorabveröffentlichung) (AP)