Gesundheit - Aktuelle Nachrichten, Ratgeber und Berichte – Am heißen Fußball-Samstag droht Herzschwachen Lebensgefahr – Lisa Hemmerich
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Aktuelle Nachrichten – Gesundheit

WM-Freude und Stress Am heißen Fußball-Samstag droht Herzschwachen Lebensgefahr

Lisa Hemmerich

02.07.2010

Während die kleinen Fans beim Fußball-Sonntag ruhig spielen dürfen, sollten große Fans nicht mit ihrer Gesundheit spielen. Foto: unopaella/www.pixelio.de
Während die kleinen Fans beim Fußball-Sonntag ruhig spielen dürfen, sollten große Fans nicht mit ihrer Gesundheit spielen.

Foto: unopaella/Pixelio

Hamburg (apn) Brütende Hitze, schwaches Herz und höchste Anspannung – beim WM-Spiel am morgigen Samstagnachmittag droht ungezählten Herzschwachen Lebensgefahr. Beim Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien ist mit den höchsten Temperaturen des Jahres in Deutschland zu rechnen. Vor Aufregung steigt der Blutdruck – alles Faktoren, die das Herzinfarktrisiko steigern.

Aber auch Gesunde haben ein Risiko, zu kollabieren. „Die Kombination aus Hitze, Fußball-WM und damit verbundenem Bierkonsum ist natürlich fatal“, sagt Barbara Hogan, Chefärztin der Zentralen Notaufnahme der Asklepios Klinik Altona in Hamburg. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge steigen die Temperaturen Samstag auf 35 bis 37 Grad. Das Deutschland-Spiel um 16.00 Uhr findet genau zur heißesten Tageszeit statt. Bei der Hitze verschlimmern sich bestehende Herzerkrankungen. So verzeichnete das Interdisziplinäre Notfallzentrum am Münchner Klinikum Bogenhausen vermehrt Fälle von Vorhofflimmern bei Hitze.

Zusätzlich steigern Aufregung und emotionaler Stress während des Spiels die Wahrscheinlichkeit eines Infarkts, wie eine Studie der Ludwig-Maximilian-Universität München aus dem Jahr 2008 ergeben hat. Demnach lag das generelle Herzinfarktrisiko bei WM-Spielen der deutschen Mannschaften im Jahr 2006 deutlich höher als an normalen Tagen. Männer waren 3,3 mal so stark gefährdet wie sonst, Frauen 1,8 mal.

„Je dramatischer es zuging und je entscheidender das Spiel war, desto mehr Menschen erlitten einen Herzanfall“, sagte DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. So war die Zahl der Notfälle bei den Spielen gegen Argentinien und Italien vor vier Jahren besonders hoch gewesen. „Wenn es wieder so spannend wird, dann bekommen die Rettungsdienste und Krankenhäuser viel zu tun“, so Thomas.

Keine Beruhigungsmittel nehmen

Wegen der erhöhten Infarktgefahr sind auf der Kardiologischen Station der Asklepios Klinik Nord in Hamburg zusätzliche Ärzte in Alarmbereitschaft, denn schnelle Hilfe ist im Ernstfall besonders wichtig. Chefarzt Ralph-Uwe Mletzko rät, umgehend den Notarzt unter der 112 zu rufen, wenn die Symptome eines Herzinfarkts bis zu fünf Minuten andauern. Typische Anzeichen eines Herzinfarkts sind starke Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer und Oberbauch ausstrahlen können. Auch ein Engegefühl, Schweißausbrüche und Atemnot können auftreten.

Aufregung beim Fußballspiel lässt sich naturgemäß schwer vermeiden. Von der Einnahme von Beruhigungsmitteln vor einem Fußballspiel rät der Kardiologe ab. Diese könnten in Kombination mit anderen Medikamenten mehr schaden. „Während eines wichtigen Fußballspiels kann man sich nur schwer beruhigen“, sagte Mletzko. „Daher ist es in den Halbzeitpausen sinnvoll, sich zu bewegen, um sich zu beruhigen und den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.“ Vor allem aber empfiehlt er, viel zu trinken, Mineralwasser und möglichst keinen Alkohol. Patienten, bei denen das Infarktrisiko bekannt ist, seien zudem meist vorbereitet und besäßen Medikamente für den Notfall. (AP)

http://content.nejm.org/cgi/content/short/358/5/475 www.herzstiftung.de www.dgina.de

 

 

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