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Paketbomben Anarchistische Gruppe bekennt sich zu Anschlägen in Rom

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24.12.2010

Rom – Eine anarchistische Gruppe hat sich zu den Paketbomben-Anschlägen auf die schweizerische und chilenische Botschaft in Rom bekannt, bei denen am Donnerstag zwei Menschen schwer verletzt wurden. Der italienische Innenminister Roberto Maroni hatte zuvor einen entsprechenden Verdacht geäußert und auf eine ähnliche Anschlagsserie im November in Griechenland verwiesen.

Nach einem Bericht der römischen Nachrichtenagentur ANSA wurde an einem der beiden Tatorte ein Bekennerschreiben der italienischen Gruppe Informeller Anarchistischer Bund (FAI) mit dem Slogan "Lang lebe FAI, lang lebe die Anarchie" gefunden. Maroni sagte, es gebe verschiedene Elemente, die eine Spur zu "Anarchisten-Aufrührern" ergäben. "Das sind gewalttätige Gruppen die auch in Griechenland und Spanien präsent und sehr gut vernetzt sind" sagte er.

Die griechischen Sicherheitsbehörden wurden nach eigenen Angaben am Abend von ihren italienischen Kollegen kontaktiert. Einen unmittelbaren Zusammenhang mit den Paketbomben-Anschlägen in Griechenland sehe man aber nicht. Inzwischen wurden alle Botschaften in Rom alarmiert, wie der römische Polizeichef Francesco Tagliente mitteilte.

Nach Angaben des Schweizer Botschafters Bernardino Regazzoni kam die Bombe der Post. Wo die Fracht aufgegeben wurde, sagte er nicht. Der Botschaftsmitarbeiter wurde an der Hand und in der Brust verletzt.

Die Bombe in der chilenischen Botschaft wurde der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zufolge innerhalb Italiens aufgegeben. Der Umschlag mittlerer Größe war nach Worten von Botschafter Oscar Godoy an den Kulturattaché adressiert. Ob er von der Post oder einem Boten angeliefert wurde, sei unbekannt.

"Es gab keine Flammen"

Der erste Sprengsatz explodierte nach Polizeiangaben gegen Mittag, als ein Mitarbeiter der Schweizer Botschaft eine Sendung öffnete. Rund drei Stunden später detonierte eine weitere Paketbombe in der chilenischen Botschaft. Dabei wurde ebenfalls eine Person verletzt worden. "Es gab keine Flammen, nur ein wenig Rauch", sagte Botschafter Godoy. Dem verletzten chilenischen Botschaftsmitarbeiter wurde später ein Eisenbolzen aus der Brust heraus operiert. Außerdem erlitt er schwere Verletzung an einer Hand und im Gesicht. Er ist in Gefahr, in einem Auge blind zu werden.

Der 53-jährige Mitarbeiter der Schweizer Botschaft erlitt einem Polizeisprecher zufolge schwere Verletzungen an den Händen, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Die Online-Ausgabe der Schweizer Zeitung "Le Matin" berichtete, die Hände des Opfers müssten möglicherweise amputiert werden.

(dapd)

 

 

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