Rüsselsheim/Zürich – Im Tauziehen um das Schicksal der Montagewerke für den Opel Astra zeichnet sich eine Annäherung zwischen Management und Betriebsrat ab. Aus Kreisen des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) in Zürich verlautete am Freitag, die von den Arbeitnehmervertretern angebotenen Einsparungen in Höhe von mindestens 288 Millionen Euro seien vom Management als „sehr positives Signal“ aufgenommen worden. Die offiziellen Verhandlungen zur Zukunft der Astra-Werke starten am kommenden Dienstag in Brüssel.
Mit der für 2009 oder 2010 geplanten Einführung des neuen Astra-Modells droht in den drei Montagewerken der Verlust tausender Arbeitsplätze. Nach Einschätzung des Betriebsrats wird die Produktivität der Werke durch neue Arbeitsabläufe um rund ein Drittel gesteigert. Dadurch könnte auf ein komplettes Werk verzichtet werden. GM-Europachef Carl-Peter Forster hatte dies vor zwei Wochen als Extremfall bezeichnet. Am Freitag hieß es bei GM nochmals, die Schließung eines Werkes sei für den Konzern nur das letzte Mittel.
Die europäischen Betriebsräte von GM hatten am Donnerstag ein Sparpaket von 288 Millionen Euro angeboten. Wie der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz, erklärte, gehören dazu geringere Lohnzuwächse für die Arbeitnehmer, eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie Einschnitte bei sozialen Leistungen. Das GM-Management strebt im Zuge des Modellwechsels offenbar Einsparungen von 450 Millionen Euro an, was der Betriebsrat als unrealistisch ablehnt.
Die Verhandlungen über die künftige Verteilung der Astra-Produktion von derzeit rund einer halben Million Fahrzeugen pro Jahr sollen Ende 2007 abgeschlossen werden. Um den Bau des neuen Kompaktmodells bewerben sich europaweit fünf Fabriken. Neben den Opel-Werken in Bochum und im belgischen Antwerpen sowie im polnischen Gliwice sind dies das Vauxhall-Werk im britischen Ellesmere Port und das Saab-Werk im schwedischen Trollhättan. In den fünf Werken sind nach GM-Angaben derzeit insgesamt rund 18.200 Menschen beschäftigt. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Opel will Ampera möglicherweise auch in Deutschland bauen
(15.09.2011)
Opel-Chef Stracke rechnet für 2012 mit deutlichen Gewinnen
(14.05.2011)
Vorerst keine Entscheidung über Opel-Sanierung
(01.10.2009)
Opel-Betriebsrat bietet Einsparungen von 288 Millionen Euro an
(12.04.2007)
Verhandlungen über neue „Astra“-Generation bei Opel
(19.03.2007)
GM will auch Opel-Astra Nachfolger in Bochum bauen
(01.10.2006)
Bericht: General Motors prüft Streichung einer Astra-Schicht
(07.05.2006)