Geschichte - Erkenntnisse und Fakten – Antlitz einer römischen Göttin in Stein entdeckt – DAPD
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Geschichte

Verziertes Steinrelief Antlitz einer römischen Göttin in Stein entdeckt

DAPD

03.11.2009

Windisch – Die Ausgrabungen Vindonissa-Vision Mitte im aargauischen Windisch haben das Antlitz einer römischen Göttin in Stein zu Tage gefördert. Figürlich verzierte Steinreliefs gelten als seltende Bodenfunde und sind in den wenigsten Fällen so vorzüglich erhalten wie das neu entdeckte Stück.

Ein ungeschriebenes Gesetz der Archäologie besagt, dass die bedeutendsten Funde immer erst am Schluss einer Ausgrabung zum Vorschein kommen. So ist es auch bei den Ausgrabungen Vindonissa-Visin Mitte in Windisch gewesen, wo zum Bau des neuen Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz eine Fläche von annähernd 25.000 Quadratmetern untersucht worden ist, wie das Aargauer Departement Bildung, Kultur und Sport am Dienstag mitteilte. In einer Grube, die der Kiesgewinnung diente, wurde in der letzten Grabungswoche der figürlich verzierte Steinblock entdeckt. Er lag mit dem Gesicht nach unten in der Grube. Gemäss den mit ihm zusammen gefundenen Keramikscherben kam er um die Mitte des 1. Jahrhunderts nach Christus in den Boden.

Die Vorderseite des rundum bearbeiteten Steinblocks ist als Nische mit gewölbtem oberem Abschluss gestaltet. Darin ist in frontaler Darstellung das Antlitz einer Frau herausgearbeitet. Die Dargestellte trägt schulterlanges, gelockte Haar sowie vermutlich ein Stirnband. Dies deutet darauf hin, dass mit dem Bildnis eine Göttin gemeint sein könnte.

Möglicherweise diente der Stein als Schmuck des Firstes eines Grabbaus, wie es weiter heisst. Gräber aus der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Christus, zu denen die Skulptur gehören könnte, kennt man seit dem 19. Jahrhundert. Entsprechend der römischen Tradition lagen sie entlang der aus der Siedlung herausführenden Strasse nach Augusta Raurica. Diese Strasse ist mit der Hauptstrasse in der Brugger Altstadt und der Alten Zürcherstrasse identisch. Ihre Fortsetzung auf der Windischer Seite des Bahnhofs Brugg konnte in den Ausgrabungen auf einer Länge von über 100 Metern freigelegt werden. Dabei wurden elf römische Gräber entdeckt. Vielleicht handelt es sich aber beim Fund auch um ein Weihebild aus einem Tempelbezirk, wie jenem, der 2007 nur wenig weiter westlich auf dem Gelände der Brugg Kabel AG entdeckt worden war. (AP)

 

Schlagworte

Webnews einstellen
 
Anzeige
Anzeige