Aktuelle Nachrichten – Konjunktur
29.05.2008
Nürnberg – Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Zwar fiel der Rückgang gegenüber dem Vormonat mit 131.000 auf 3,283 Millionen geringer aus als von Experten erwartet. „Die positive Tendenz am Arbeitsmarkt bleibt erhalten“, betonte aber der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise, am Donnerstag in Nürnberg.
Zuletzt war die Arbeitslosenzahl im Juni 1993 mit 3,265 Millionen auf einem niedrigeren Niveau gelegen. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Zahl der Menschen ohne Job um 529.000.
Als Grund für den im Vergleich zu früheren Jahren eher geringen Rückgang nannte Weise vor allem den milden Winter, weniger Bauarbeiter als sonst üblich mussten sich arbeitslos melden. Entsprechend sei im Mai die Frühjahrsbelebung schwächer ausgefallen. Zum anderen seien Anfang des Jahres Sonderregelungen für über 58-jährige Arbeitslose ausgelaufen. Sie könnten damit nicht mehr Arbeitslosengeld beziehen, ohne arbeitslos gemeldet zu sein.
Trotz der Finanzmarktkrise und der stark steigenden Energiepreise sieht der BA-Chef derzeit noch keine Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt. „Eine Verbesserung findet noch statt, allerdings nicht mehr in dem Maße der Vorjahre“, erklärte er. Die BA halte an ihrer Prognose fest, wonach 2008 im Durchschnitt 3,43 Millionen Menschen arbeitslos sein dürften.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs stieg weiter. Sie nahm im März nach Hochrechnungen der Behörde im Vergleich zum Vorjahr um 631.000 auf 27,23 Millionen zu. Etwa 60 Prozent der neuen Stellen seien Vollzeitarbeitsplätze. Neue Jobs gab es vor allem in den Transport- und Logistikbetrieben, im Energiesektor sowie im Gesundheitswesen. Weiterhin Stellen gestrichen würden dagegen im öffentlichen Dienst, bei Banken und Versicherungen und in geringem Maß auch am Bau.
Die Zahl der offenen Stellen bezifferte Weise auf 1,032 Millionen. Das sind 126.000 mehr als im Mai 2007. Gesucht sind vor allem Mitarbeiter in kaufmännischen Berufen wie Verkäufer sowie Werbe- und Dienstleistungskaufleute. Darüber hinaus hat das Handwerk neue Stellen zu vergeben und sucht aktuell Elektriker und Schlosser. Zu den Top Ten der am meisten gesuchten Mitarbeiter gehören zudem unter anderem Krankenschwestern, Sprechstundenhilfen und Masseure, Lager- und Transportarbeiter sowie Altenpfleger, Sozialarbeiter und Erzieherinnen.
Das Finanzdefizit für Mai bezifferte Weise auf 3,4 Milliarden Euro. Es liegt damit um 2,7 Milliarden unter dem vorgesehenen Wert. Während die Einnahmen mit 15,4 Milliarden Euro exakt den Planzahlen entsprachen, lagen die Ausgaben mit 18,9 Milliarden vor allem wegen der rückläufigen Arbeitslosenzahl unter Plan. (AP)
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