München - Arme, alte und wenig gebildete Menschen verbringen deutlich mehr Zeit vor dem Fernseher als reiche, junge und gebildete Zuschauer. Der durchschnittliche Fernsehkonsum in Haushalten mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro lag im vergangenen Jahr bei mehr als fünf Stunden, wie eine Auswertung von Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Nachrichtenmagazins «Focus» ergab. Zuschauer mit einem Einkommen von mehr als 4.000 Euro schauen mit weniger als 2,5 Stunden täglich nicht einmal halb so viel fern.
Menschen mit einem Einkommen zwischen 1.000 und 2.000 Euro sitzen demnach im Durchschnitt für rund vier Stunden täglich vor dem Bildschirm, bei einem Haushaltseinkommen von 3.000 bis 4.000 Euro sind es dagegen deutlich weniger als drei Stunden. Im Gesamtdurchschnitt liegt die Fernsehdauer bei rund 3,5 Stunden.
Auch Bildungsgrad und Fernsehkonsum hängen zusammen: Während Zuschauer mit Hauptschulabschluss täglich mehr als vier Stunden vor dem Fernseher verbringen, sind es bei Abiturienten und Zuschauern mit abgeschlossenem Studium weniger als drei. Rentner und Arbeitslose schalten für fast fünf beziehungsweise mehr als 4,5 Stunden täglich das Fernsehgerät ein, bei Berufstätigen ist dagegen bereits nach etwas mehr als drei Stunden Schluss.
Dennoch hat der durchschnittliche Fernsehkonsum dem Bericht zufolge in den vergangenen zehn Jahren in fast allen gesellschaftlichen Gruppen zugenommen. Nur bei den unter 20-Jährigen blieb er unverändert.
(AP)
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