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Vogelgrippe auch in der Türkei

Rumänien stellt DonauDelta unter Quarantäne - Bundesregierung erwägt Eilverordnung

AP
10.10.2005

Ein älterer Romäne wird gegen Vogelgrippe geimpft.(AP Photo/Marius Nemes)

Ankara/Berlin - Die Vogelgrippe greift offenbar auf Länder um das Schwarze Meer über. Nach Rumänien meldete am Wochenende auch die Türkei mehrere Fälle: Der Fernsehsender CNN-Turk berichtete unter Berufung auf das Landwirtschaftsministerium, im Westen des Landes seien etwa 2.000 Vögel an der Geflügelpest verendet. Die Bundesregierung erklärte, sollte es sich tatsächlich um Vogelgrippe handeln, seien ein Importstopp für Geflügel und intensive Kontrollen von Reisenden notwendig.

In der Türkei errichteten die Streitkräfte Straßensperren in der betroffenen Region und kontrollierten alle Fahrzeuge. Die Behörden ordneten die Tötung von Geflügel und Straßenhunden in einem Dorf nahe der westtürkischen Stadt Balikesir an, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Landwirtschaftsminister Mehdi Eker bestätigte, dass es sich bei den Erkrankungen von Geflügel um Vogelgrippe handelt. Untersuchungen ergaben, dass der Erreger der H5-Gruppe der Viren angehört. Ob es sich um den gefürchteten Typ H5N1 handelt, war jedoch noch nicht erwiesen.

Erste Fälle der Vogelgrippe wurden auch in Rumänien bestätigt. In der Hafenstadt Konstanza am Schwarzen Meer wurde am Samstag ein tot aufgefundener Schwan positiv auf Vogelgrippe getestet. Nach den zuvor am Freitag bekannt gewordenen drei anderen Fällen stellten die Behörden das Donaudelta unter Quarantäne und begannen mit Grippeimpfungen der Bevölkerung.

Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums erklärte am Sonntag, der Erreger sei möglicherweise weniger ansteckend als der in Asien aufgetretene. In den kommenden Tagen sollten Testergebnisse vorliegen, ob es sich um den H5N1-Erreger handele, sagte Adrian Tibu. Vorsichtshalber sollten rund 40.000 Vögel getötet werden.

In der betroffenen Region wurden bereits 730 Menschen gegen Grippe geimpft. Das Gesundheitsministerium schickte mehr als 100.000 Dosen Impfstoff in das Gebiet, um die Bewohner zumindest gegen die menschliche Grippe zu schützen.

Der Staatssekretär im Berliner Verbraucherministerium, Alexander Müller, betonte am Sonntag in Berlin, noch sei unklar, ob es sich bei dem Geflügelsterben in Rumänien und der Türkei um Vogelgrippe handele. Fraglich sei außerdem noch, ob es um «einen hochpathogenen Erregertyp wie der derzeit in Asien grassierende Typ H5N1» gehe. Die beiden Länder seien gebeten worden, der EU und dem Internationalen Tierseuchenamt alle verfügbaren Informationen zur Verfügung zu stellen.

Müller erklärte, ein generelles Aufstallen von Hühnern in Deutschland werde derzeit nicht als angemessen erachtet. Wegen der nur geringen Zugvogelkontakte zu dieser Jahreszeit werde eine Gefährdung durch den Vogelzug derzeit als niedrig eingeschätzt.

Wichtiger sei es bei einer Bestätigung des Verdachtes, sofort die Handelsströme für Geflügel und Geflügelprodukte aus den betroffenen Gebieten zu stoppen, sowie noch stärker als bisher Reisende auf die Einhaltung der Vorschriften zu kontrollieren. «Die Bundesregierung ist nach wie vor auf alles vorbereitet, Eilverordnungen zu weitergehenden Maßnahmen wie Aufstallungsgeboten liegen in der Schublade und können jederzeit bei Vorliegen einer Gefährdung in Kraft gesetzt werden,» versicherte Müller. Damit die Maßnahmen aber nicht als Insellösungen verpufften, müssten sie europaweit abgestimmt werden». (AP)

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