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Neuseeland Tiere fanden bei Flut ins Meer zurück

Konfrontation zwischen Greenpeace und japanischen Waljägern im Polarmeer

AP
21.12.2005

Tote Wale werden vom Strand entfernt, nach dem etwa 110 der gestandeten 120 Pilotwale bei Flut wieder ins Meer gelangten am Farewell Spit, Neuseeland. (AP Photo/NZPA, Ross Setford)

Wellington - Tierschützer und freiwillige Helfer haben etwa 110 gestrandete Grindwale in Neuseeland gerettet. Sie schafften es am Mittwoch bei Flut, die meisten Tiere ins Meer zurückzutreiben. Mindestens 15 der Meeressäuger seien jedoch verendet, sagte ein Naturschützer. An der Rettungsaktion bei Farewell Spit auf der Südinsel beteiligten sich auch Touristen aus Deutschland, England und China.

Etwa zehn Wale gerieten einige Stunden später jedoch erneut in seichte Gewässer, wie der Meeresforscher Andrew Baxter im neuseeländischen Rundfunk sagte. Eine Sprecherin der Naturschutzbehörde, Trish Grant, lobte den 24-stündigen Einsatz der Helfer, die die hilflosen Tiere mit feuchten Laken und Decken nass und kalt hielten. Die überlebenden Wale, darunter einige Kälber, seien angesichts des Stresses, dem sie ausgesetzt gewesen seien, in keinem allzu schlechten Zustand. «Das ist ziemlich gut ausgegangen», sagte Grant.

Zunächst war unklar, warum die Tiere in seichte Gewässer geschwommen waren. Dieses Phänomen tritt im neuseeländischen Sommer öfters auf.

Derweil kam es im südlichen Polarmeer zu einer Konfrontation zwischen japanischen Waljägern und Umweltschützern von Greenpeace, wie die Organisation am Mittwoch mitteilte. Ihre «Esperenza» habe sich vor die Heckrampe des Verarbeitungsschiffes «Nisshin Maru» geschoben, und das Einladen getöteter Zwergwale verzögert. Das Schiff sei bedrängt worden, erklärte Greenpeace in Hamburg. Die Umweltschützer, darunter eine Deutsche, versuchten auch, Wale vor dem Harpunieren zu retten.

Der Leiter der Greenpeace-Aktion, Shane Rattenbury, sagte an Bord des zweiten Schiffes «Arctic Sunrise», die japanischen Fischer hätten Wasserwerfer eingesetzt. Dabei sei ein Schlauchboot gekentert. Das japanische Landwirtschaftsministerium erklärte, die Arbeit sei wichtig, um den Bestand der Minkwale genau zu überwachen. Die Jagd sei nach den Richtlinien der Internationalen Walkommission zulässig.

Greenpeace erklärte, Japan wolle dieses Jahr 935 Zwergwale töten, doppelt so viel wie bisher. Auch Buckel- und Finnwale seien im Visier. Alle Arten stünden auf der roten Listen des Weltnaturschutzdachverbands IUCN.

Norwegen erhöht Abschussquoten für Minkwale

Norwegen erhöhte am Mittwoch seine Abschussquoten für die international heftig kritisierte kommerzielle Waljagd um fast ein Drittel. Im nächsten Jahr dürfen demnach 1.052 Minkwale getötet werden, so viele wie noch nie seit Wiederaufnahme der Jagd vor zehn Jahren. Das teilte das Fischereiministerium in Oslo mit. Norwegen ist das weltweit einzige Land, das die kommerzielle Waljagd erlaubt. (AP) Ray Lilley


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