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Wer Schmetterlinge lachen hört

Liedtext der Rockgruppe Novalis in Reminiszenz an Friedriech Freiherr von Hardenberg alias Novalis, (1772-1801) als Interpretation seines Gedichts "Es färbte sich die Wiese grün"

Novalis
Epoch Times Deutschland
25.03.2006

Tagpfauenauge Foto: Pixelquelle.de
Zutraulich und zart. Foto: Pixelquelle.de
Auch gern mal in Gesellschaft. Foto: Pixelquelle.de
Tüpfling. Foto: Pixelquelle.de
Admiral. Foto: Pixelquelle.de
Leckermäulchen. Foto: Pixelquelle.de

Wer Schmetterlinge lachen hört,

 

der weiß, wie Wolken schmecken,

der wird im Mondschein

ungestört von Furcht,

die Nacht entdecken.

 

Der wird zur Pflanze, wenn er will,

zum Tier, zum Narr, zum Weisen,

und kann in einer Stunde

durchs ganze Weltall reisen.

 

Er weiß, dass er nichts weiß,

wie alle andern auch nichts wissen,

nur weiß er was die anderen

und er noch lernen müssen.

 

Wer in sich fremde Ufer spürt,

und Mut hat sich zu recken,

der wird allmählich ungestört,

von Furcht sich selbst entdecken.

 

Abwärts zu den Gipfeln

seiner selbst blickt er hinauf,

den Kampf mit seiner Unterwelt,

nimmt er gelassen auf.

 

Wer Schmetterlinge lachen hört,

der weiss wie Wolken schmecken,

der wird im Mondschein, ungestört von Furcht,

die Nacht entdecken.

 

Der mit sich selbst in Frieden lebt,

der wird genauso sterben,

und ist selbst dann lebendiger,

als alle seine Erben.  

1973 geschrieben von Carlo Karges, Berliner Gitarrist und Songwriter, bekanntester Text: »99 Luftballons«, gesungen von Nena

 

Die Tracklist des »Novalis«-Albums von 1975: http://www.progarchives.com/Progressive_rock_discography_CD.asp?cd_id=2970

Diese Musik aus den 70er Jahren zeigt, dass Poesie und Rockmusik kein Widerspruch sein muss sondern sich harmonisch ergänzen kann. Aktuell läuft Sommerabend:

Wer einsam sitzt in seiner Kammer und schwere bittere Tränen weint...

 

Und nun zu den Originalen von Friedrich von Hardenberg alias Novalis 1772-1801

Ein kleines Zitat aus:  Allgemeines Brouillon

"Es ist nicht das Wissen allein, was uns glücklich macht - es ist die Qualität des Wissens - die subjektive Beschaffenheit des Wissens. Vollkommnes Wissen ist Überzeugung und sie ist es, die uns glücklich macht und befriedigt."

 

Das Gedicht soll als Grundlage für das Lied gedient haben. Es entstand im Frühjahr des Jahres 1800:

 

Es färbte sich die Wiese grün

Und um die Hecken sah ich blühn,

Tagtäglich sah ich neue Kräuter,

Mild war die Luft, der Himmel heiter.

Ich wußte nicht, wie mir geschah,

Und wie das wurde, was ich sah.

 

Und immer dunkler ward der Wald

Auch bunter Sänger Aufenthalt,

Es drang mir bald auf allen Wegen

Ihr Klang in süßen Duft entgegen.

Ich wußte nicht, wie mir geschah,

Und wie das wurde, was ich sah.

 

Es quoll und trieb nun überall

Mit Leben, Farben, Duft und Schall,

Sie schienen gern sich zu vereinen,

Daß alles möchte lieblich scheinen.

Ich wußte nicht, wie mir geschah,

Und wie das wurde, was ich sah.

 

So dacht ich: ist ein Geist erwacht,

Der alles so lebendig macht

Und der mit tausend schönen Waren

Und Blüten sich will offenbaren?

Ich wußte nicht, wie mir geschah,

Und wie das wurde, was ich sah.

 

Vielleicht beginnt ein neues Reich –

Der lockre Staub wird zum Gesträuch

Der Baum nimmt tierische Gebärden

Das Tier soll gar zum Menschen werden.

Ich wußte nicht, wie mir geschah,

Und wie das wurde, was ich sah.

 

Wie ich so stand und bei mir sann,

Ein mächtger Trieb in mir begann.

Ein freundlich Mädchen kam gegangen

Und nahm mir jeden Sinn gefangen.

Ich wußte nicht, wie mir geschah,

Und wie das wurde, was ich sah.

 

Sie ging vorbei, ich grüßte sie,

Sie dankte, das vergeß ich nie –

Ich mußte ihre Hand erfassen

Und Sie schien gern sie mir zu lassen.

Ich wußte nicht, wie mir geschah,

Und wie das wurde, was ich sah.

 

Uns barg der Wald vor Sonnenschein

Das ist der Frühling fiel mir ein.

Kurzum, ich sah, daß jetzt auf Erden

Die Menschen sollten Götter werden.

Nun wußt ich wohl, wie mir geschah,

Und wie das wurde, was ich sah.

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